Großbanken UBS stärkt ihr Kapitalpolster

Die Schweizer Großbank UBS wird ihr Kapital erhöhen. Ziel: Vertrauen von Investoren zurückgewinnen. Das ist wohl auch dringend notwendig, denn nach wie vor ziehen Kunden ihr Geld aus der UBS ab. Und dann sind da ja noch die Geschäftszahlen fürs zweite Quartal.
Die Schweizer UBS in Zürich. Quelle: ap

Die Schweizer UBS in Zürich.

(Foto: ap)

ZÜRICH. Mit einer Kapitalerhöhung um 3,8 Mrd. Franken will die krisengeschüttelte Schweizer Großbank UBS das Vertrauen ihrer Investoren zurückgewinnen. Zugleich ist die Kapitalmaßnahme aber auch notwendig, um weitere Verluste aufzufangen. Erwarten die Eidgenossen für das laufende zweite Quartal doch erneut rote Zahlen. Damit konnte die Bank offenbar nicht so stark wie viele ihrer Konkurrenten von den verbesserten Bedingungen an den Finanzmärkten profitieren. Auch der Abfluss von Kundengeldern konnte noch nicht gestoppt werden.

Die UBS folgt mit ihrer Kapitalerhöhung dem Beispiel vieler amerikanischer Banken. US-Institute haben in den vergangenen Wochen mehr als 75 Mrd. Dollar frisches Kapital aufgenommen. Das Interesse der Investoren an Bankaktien ist wieder gestiegen, nachdem sich die Kreditmärkte etwas beruhigt haben und die Ergebnisse vieler Banken im ersten Quartal besser als erwartet ausgefallen waren. Die UBS hat aus bereits genehmigten Kapital rund 293,3 Millionen Aktien zu einem Preis von 13 Franken an eine "kleine Zahl institutionellen Investoren" verkauft. Der Aktienkurs lag zuletzt bei 13,97 Franken.

Die Kapitalmaßnahme kommt kurz nachdem die Schweizerische Nationalbank von den Großbanken eine höhere Risikovorsorge gefordert hatte. Nach Meinung der Notenbanker sollte die sogenannte "Leverage Ratio" in guten Zeiten mindestens fünf Prozent betragen. Die Quote gibt das Verhältnis von Kernkapital zur Bilanzsumme an und wir häufig auch als maximaler verschuldungs-grad bezeichnet. Die Rate der UBS liegt mit etwa 1,6 Prozent deutlich unter dem Zielwert.

Durch die Kapitalerhöhung kann die UBS ihre Kernkapitalquote von zuletzt 10,5 auf 11,9 Prozent anheben. Zum Ende des zweiten Quartals soll die Kennziffer durch den Abbau von Risikopositionen in der Bilanz noch höher ausfallen. Dabei konnte der Verkauf der brasilianischen Tochter Pactual noch nicht berücksichtigt werden, da die Transaktion erst zum dritten Quartal wirksam wird.

Auch die Schweizer Regierung in Bern begrüßte die Kapitalmaßnahme und sicherte zu, dass sie bis zum 4. August keine UBS-Aktien auf den Markt werfen werde. Die Eidgenossenschaft war im vergangenen Oktober mit einer Pflichtwandelanleihe von sechs Mrd. Franken der taumelnden Großbank zur Hilfe geeilt. Die Haltefrist der Anleihe ist Anfang Juni ausgelaufen und der Staat hat erklärt, dass er sich so schnell wie möglich aus seinem Engagement bei der UBS zurückziehen wolle. Am 4. August will die UBS offiziell ihr Ergebnis für das zweite Quartal vorlegen.

Die Verluste in den Monaten April bis Juni sind nach Angaben der Banken vor allem auf Wertberichtigungen für die eigenen Schulden zurückzuführen. Hinzu kommen Restrukturierungskosten für den Abbau von etwa 8 700 Arbeitsplätzen. Das Ergebnis sei jedoch besser ausgefallen als in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres. Für das erste Quartal hatte die UBS einen Verlust von rund zwei Mrd. Franken ausgewiesen. Ebenfalls noch keine Trendwende gibt es in der Vermögensverwaltung. Der Mittelabfluss setzte sich im zweiten Quartal fort, nachdem die Bank in den ersten drei Monaten bereits 23 Mrd. Franken verloren hatte.

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