Gründung eigener Billiginstitute erwägt: Sparkassen sagen Direktbanken Kampf an

Gründung eigener Billiginstitute erwägt
Sparkassen sagen Direktbanken Kampf an

Die Sparkassen wollen die Mittelabflüsse an die Direkt- und Spezialbanken stoppen. Wie das Handelsblatt aus Sparkassenkreisen erfuhr, soll spätestens bis Anfang Mai eine Entscheidung über geeignete Maßnahmen fallen. Diskutiert werden in der Sparkassenorganisation zwei Optionen.

HB DÜSSELDORF. „Entweder wir passen unsere Konditionen dem Niveau der Wettbewerber an, oder wir gründen eigene Direktbanken“, sagte ein Sparkassenmanager. „Auf jeden Fall werden wir reagieren“, sagte ein anderer Sparkassenvorstand kämpferisch. Von den Abwehrmaßnahmen dürften die Kunden profitieren. Ihnen winken höhere Zinsen beispielsweise beim Tagesgeld oder günstigere Ratenkredite. Die Sparkassen sind mit 34,5 Millionen Girokonten bei Privatkonten Marktführer in Deutschland.

Die Entwicklung im abgeschlossenen Geschäftsjahr alarmierte viele Sparkassen. Erneut verzeichneten sie einen Abfluss von Kundeneinlagen an Direkt- und Spezialbanken. Darüber berichteten seit Jahresanfang viele Sparkassen. Allein die Sparkasse Köln-Bonn verlor 200 Mill. Euro. In den Vorjahren lautete die Antwort der Sparkassen auf die unliebsame Konkurrenz noch einhellig: Abwarten, sie werden ihre Konditionen nicht halten können. Doch die Sparkassen werden zunehmend nervös. Einige Häuser wie die Sparkasse Aachen und Köln-Bonn berichteten zuletzt von Sonderaktionen und einer intensiveren Kundenbetreuung, mit denen der Abfluss von Geldern an die Direktbanken gestoppt werden soll. „Alle Kunden lassen sich durch solche Maßnahmen aber nicht halten,“ sagte der Vorstandschef der Sparkasse Köln-Bonn, Gustav Adolf Schröder.

Der Angriff der Konkurrenz hat in den Augen vieler Sparkassenmanager mittlerweile eine neue Dimension. Sie gehen davon aus, dass die günstigen Angebote von Diba, CC-Bank, Consors & Co. keine Angelegenheit ist, die sich aussitzen lässt. Sie sprechen mittlerweile von einem strategischen Angriff durch deren ausländische Muttergesellschaften wie ING oder Paribas auf den deutschen Markt der Privatkunden. „Dieser Angriff bedroht erstmals ernsthaft die Marktstellung der Sparkassen auf dem deutschen Retailmarkt“, sagte ein Sparkassen-Manager. „Sie wollen unsere Kunden mit Haut und Haaren“, betonte ein anderer. Und die Lage könnte sich noch verschärfen. Im Sparkassenlager befürchtet man, dass demnächst weitere ausländische Banken wie Barclays und die Royal Bank of Scotland dem Modell ihrer Wettbewerber folgen könnten.

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