Gute Bilanz 2006: ING-Diba will die Comdirect in allen Punkten schlagen

Gute Bilanz 2006
ING-Diba will die Comdirect in allen Punkten schlagen

Die ING-Diba, eine Tochter des niederländischen Finanzkonzerns ING, ist auch im vergangenen Jahr stark gewachsen. Für 2007 liegt die Messlatte entsprechend hoch. Neue Produkte sollen helfen, die Ziele zu erreichen.

HB FRANKFURT. Im vergangenen Jahr knackte die ING-Diba, die allein auf Internet und Call Center setzt, die Marke von 6 Mill. Kunden. Vorstandschef Ben Tellings will das Tempo halten. „Die ING-Diba wird ihren Erfolgskurs auch 2007 fortsetzen“, kündigte er am Dienstag in Frankfurt zur Bilanzvorlage an. „Die Zahlen aus den ersten Wochen dieses Jahres sind vielversprechend.“ Die Zahl neuer Kunden werde voraussichtlich wie in den vergangenen Jahren zulegen. Bislang habe die ING-Tochter zwischen einer halben und 1 Million Kunden jährlich gewonnen.

Viel vorgenommen hat sich ING-Diba vor allem im Wertpapiergeschäft. „Es ist unser erklärtes Ziel, in allen relevanten Kerngrößen zum größten Broker in Deutschland zu werden“, sagte Tellings. 2006 habe das Institut Branchenprimus Comdirect beim Fondsvolumen bereits überholt, 2007 wolle die ING-Diba die Commerzbank-Tochter auch bei den Depotzahlen angreifen. Mit rund 4,5 Mill. Orders hat die Direktbank im vergangenen Jahr jedoch gerade etwas mehr als die Hälfte der Comdirect-Transaktionen ausgeführt.

Dank eines starken Wachstums auch bei den Kundeneinlagen sowie bei Baufinanzierungen steigerte die ING-Diba 2006 ihren Gewinn vor Steuern um 44 Prozent auf 387 Mill. Euro. Die Verwaltungsaufwendungen legten allerdings um 16 Prozent auf 544 Mill. Euro zu. Allein die Kosten für die Vermarktung der Produkte schlugen hier mit rund 120 Mill. Euro zu Buche. Im Zinsgeschäft erhöhte sich das Ergebnis um mehr als ein Drittel auf 866 Mill. Euro, das Provisionsergebnis stieg um ein gutes Viertel auf 65 Mill. Euro. Die Bilanzsumme legte um gut 12 Prozent auf 72,8 Mrd. Euro zu. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im vergangenen Jahr um 245 auf knapp 2 550.

Kostenloses Girokonto

Neue Produkte sollen das Wachstum weiter ankurbeln. Von April an werde ING-Diba etwa ein kostenloses Girokonto anbieten, kündigte Vorstandschef Tellings an. Die Bank reiht sich damit ein in eine Vielzahl von Instituten wie auch Postbank oder Commerzbank, die Kunden im hart umkämpften deutschen Privatkundenmarkt mit solchen Angeboten locken.

Auch im Wertpapiergeschäft tut sich einiges, wie Tellings erläuterte: Seit November arbeite die Bank mit einem neuen Ordersystem, das die sekundengenaue Abrechnung von Wertpapiertransaktionen möglich mache. Von Juni an werde der außerbörsliche Handel angeboten. Das beliebteste Produkt sei aber nach wie vor das Tagesgeldkonto.

Zugleich will die Bank ihre Spitzenposition auf dem deutschen Markt bei Baufinanzierungen verteidigen. Unter Ausklammerung der Bausparkassen sei die ING-DiBa wie bereits im Vorjahr der größte deutsche Baufinanzierer. 2006 belief sich das Neugeschäft auf 11 Mrd. Euro. Im Vorjahr waren es erst 10,2 Mrd. Euro gewesen.

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