Häuserpfändungen: JP Morgan muss 700 Millionen Dollar Entschädigung zahlen

Häuserpfändungen
JP Morgan muss 700 Millionen Dollar Entschädigung zahlen

Die US-Behörden ermittelten wegen Schlampereien bei der Häuserpfändung durch US-Großbanken. JP Morgan kommt wie neun andere Banken mit einem Vergleich davon.
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New YorkEin Vergleich in Sachen Zwangsvollstreckungen kostet die US-Großbank JP Morgan 700 Millionen Dollar vor Steuern. Diese Belastung werde im vierten Quartal verbucht, teilte die Bank am Mittwochabend in New York mit. Das Kreditinstitut will seine Zahlen für das vierte Quartal am Mittwoch (16. Januar) vorlegen. JP Morgan gehört zu den zehn Instituten, die sich am Montag mit der US-Bankenregulierers OCC und der Notenbank Fed auf Entschädigungszahlungen in Höhe von insgesamt 8,5 Milliarden Dollar geeinigt haben.

Mit knapp zwei Milliarden Dollar trägt JPMorgan davon fast ein Viertel. Die Bank zahlt 753 Millionen Dollar direkt an die Schuldner, die durch Schlampereien bei Zwangsvollstreckungen geschädigt wurden. Zudem werden 1,2 Milliarden Dollar beiseitegelegt, um die Konditionen der Kreditverträge für die Kunden zu verbessern. Neben JP Morgan hat sich am Montag unter anderem auch die Citigroup mit der OCC und der Fed geeinigt.

Die Entschädigungssumme in den April 2011 eingeleiteten Ermittlungen würde damit auf mehr als zehn Milliarden Dollar steigen. Sollte der Vergleich mit den vier weiteren Banken gelingen, würde in dieser Angelegenheit von der Fed und OCC nur noch gegen zwei vergleichsweise kleine Häuser ermittelt. Bei der Untersuchung der beiden Aufsichtsbehörden geht es um Schlampereien bei der Pfändung von Häusern säumiger Schuldner.

Die US-Banken stehen seit Jahren wegen fragwürdiger Methoden bei Zwangsvollstreckungen in der Kritik. Vor allem das sogenannte Robo-Signing hatte für Empörung gesorgt. Übersetzt bedeutet dies „roboterhaftes Unterschreiben“. Gemeint ist damit, dass überlastete Sachbearbeiter sich angesichts der schieren Masse der Fälle kaum Zeit für eine eingehende Prüfung der Unterlagen genommen haben, sondern stattdessen im Minutentakt die Pfändungsbescheide erstellten.

Das Thema ist in den USA brandheiß, weil durch das Platzen der Immobilienblase und die anschließende Finanz- und Wirtschaftskrise Millionen Amerikaner ihr Eigenheim verloren haben. Sie konnten ihre Kreditraten nicht mehr zahlen. Viele Schuldner landeten dabei zu Unrecht auf der Straße, wie die Bankenregulierer sagen. Bereits im Februar 2012 gab es deshalb einen 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zwischen den Generalstaatsanwälten der US-Bundesstaaten sowie Großbanken.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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