Haftungsverbund ist Zukunftslösung für Landesbanken: Noch langer Poker um die Fraspa

Haftungsverbund ist Zukunftslösung für Landesbanken
Noch langer Poker um die Fraspa

Nach Einschätzung des Vorstandschefs der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) wird sich der Übernahmepoker um die Frankfurter Sparkasse (Fraspa) noch Monate hinziehen.

HB BERLIN. Das Angebot der Helaba für Hessens größte Sparkasse werde wohl in „letzter Minute“ der exklusiven Verhandlungsphase vorgelegt werden, sagte Günther Merl am Mittwoch am Rande einer Bankenkonferenz in Berlin zu Reuters. Die Exklusivphase läuft noch bis zum kommenden Montag. „Daran schließt sich dann eine Prüfphase der Eigentümer und eventuell Nachverhandlungen an.“ Es werde also nicht nur noch einige Tage, sondern eher Monate dauern.

Zur Höhe des Angebotes wollte sich Merl nicht äußern. In verhandlungsnahen Kreisen hatte es zuletzt geheißen, die Helaba werde mindestens 700 Millionen Euro bieten. Dagegen beziffert die Stadt Frankfurt, neben dem Bürgerverein Polytechnische Gesellschaft Eigentümer der Sparkasse, den Wert der Fraspa auf rund eine Milliarde Euro.

Offerten anderer Kreditinstitute für die Fraspa nach dem Ende des exklusiven Verhandlungsstatus seien nicht auszuschließen, ergänzte Merl. Dazu müssten aber erst die Bücher der Sparkasse geprüft werden, was Zeit in Anspruch nehme und nicht zwingend zu einem Angebot führe.

Haftungsverbund ist Zukunftslösung für Landesbanken

Der Helaba-Chef sieht weiterhin einen „erheblichen Konsolidierungszwang“ in der Branche. Für die Landesbanken seien Haftungsverbünde das Zukunftsmodell. Mit diesen engeren Verzahnungen mit den Sparkassen in den jeweiligen Regionen wollen die Landesbanken auf den Wegfall der staatlichen Haftungsgarantien Mitte 2005 reagieren. Neben den Verbünden haben die Landesbanken in der vergangenen Zeit untereinander fusioniert, um zu größeren schlagkräftigeren Einheiten zu kommen.

„Erfolg werden Haftungsverbünde vor allem in starken Regionen haben, und auch die institutionelle Verankerung ist entscheidend“, führte Merl aus. Verbünde müssten dabei vom Privatkunden- bis zum Firmenkunden- und Kapitalmarktgeschäft alles abdecken. Den Haftungsverbund seiner Landesbank mit den Sparkassen in Hessen und Thüringen sieht Merl auf einem gutem Wege. „Die Zahlen für den Verbund werden 2004 wesentlich besser als für 2003 aussehen.“

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