Halbjahresbericht
Commerzbank gibt düsteren Ausblick

Deutschlands zweitgrößte Bank hat im ersten Halbjahr knapp 700 Millionen Euro Gewinn gemacht. Doch in der zweiten Jahreshälfte machen Rückstellungen für faule Kredite Probleme. Besserung ist nicht in Sicht.
  • 7

FrankfurtDie Commerzbank geht auf einen drastischen Sparkurs. Angesichts der sich eintrübenden Konjunktur, der anhaltenden Euro-Schuldenkrise und des schwachen Privatkundengeschäfts soll die gesamte Kostenbasis überprüft werden. Der Ausblick auf das zweite Halbjahr ist daher skeptisch.

Bis November will die Bank vor allem das Geschäft mit den elf Millionen Privatkunden unter die Lupe nehmen, mit dem sie im zweiten Quartal kaum noch Geld verdiente, wie Vorstandschef Martin Blessing am Donnerstag in Frankfurt sagte. Spekulationen über einen Stellenabbau und Filialschließungen kursieren bereits seit einigen Wochen.

Für das zweite Halbjahr rechnet die zweitgrößte deutsche Bank mit sinkenden Gewinnen, nachdem das Konzernergebnis schon im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 697 Millionen Euro geschrumpft war. „Wir sehen derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich der Druck auf das Operative Ergebnis reduziert“, sagte Finanzvorstand Stephan Engels.

Doch Blessing stellt den Gewinn ohnehin hinten an, Priorität habe die Reduzierung der Risiken und das Kapitalmanagement, betonte er. Die Führung der Bank hat Angst vor einer Verschärfung der Euro-Krise, da sie vor allem in Spanien und Italien stark engagiert ist. „Größtes Abwärtsrisiko bleibt ein von einer Eskalation der Staatsschuldenkrise - also einem Auseinanderbrechen der Währungsunion - ausgelöster Unsicherheitsschock“, heißt es im Zwischenbericht.

Doch dafür hat sich die Bank gewappnet, indem sie ihr Kapitalpolster seit Ende 2011 um 8,1 Milliarden Euro aufgestockt hat. Dabei hatten die EU-Aufseher von der EBA nur eine Lücke von 5,3 Milliarden Euro ausgemacht.

Die Risiken in der Bilanz, für die die Commerzbank Kapital zurücklegen muss, seien im zweiten Quartal nochmals um 13 Milliarden auf 210 Milliarden Euro gedrückt worden. Vor allem dadurch habe sich die Kernkapitalquote auf 12,2 (Ende März: 11,3) Prozent erhöht. Wenn von Anfang 2013 an im Wesentlichen nur noch Aktien und Gewinnrücklagen als Kapitalstock zählen, werde die Bank auf eine Quote von mindestens zehn Prozent kommen, Übergangsregeln eingerechnet.

Kommentare zu " Halbjahresbericht: Commerzbank gibt düsteren Ausblick"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • In den nächsten Tagen geht ein Brief an den Vorstand der Commerzbank. Vielleicht sind einige vernünftige Lösungen enthalten.

    Nur so viel,
    in Europa sind die Investitionen derzeit ein gefährliches Spiel. Mit Sicherheit werden der ESM und der Fiskalpakt, was einer europäischen Schuldenunion (dauerhafter Bundesländerfinanzausgleich auf europäischer Ebene) oder Euro-Bonds gleichkommt, vom Bundesverfassungsgericht so nicht abgesegnet. Daraufhin sollten sich alle Banken einstellen.

    In dem Brief steht,
    wo und wie investiert werden könnte. Als Erfinder, Patentinhaber und Verfasser der Patentschriften ist genügend Potential vorhanden für das Erkennen der eigentlichen Probleme in den unterschiedlichen Bereichen.
    Vor der Konkurrenz müssen diese Lösungswege geheim gehalten werden. Deshalb wird hier nicht näher eingegangen. Wenn wenigstens einige Projekte, welche in die Zukunft gerichtet sind, realisiert werden könnten, wäre das der Hammer. Ziel ist es, das Finanzunternehmen Commerzbank gegen die permanente Euro-Krise zu stabilisieren.

    Ziel ist es auch mit den Lösungsmöglichkeiten die Commerzbank für den Zusammenbruch der Euro-Währung fitt zu kriegen. Die Commerzbank ist nicht nur systemrelevant sondern bietet dem Mittelstand, den Kleinunternehmern und den vielen Kreditnehmern für Haus und Grund den perfekten Start nach dem Euro-Crash.

    Nur ein Idiot glaubt an die ewige Existenz des Euro in dieser Form. Tut mir Leid, dass ich die bittere Wahrheit geradeheraus schreibe.

  • Zitat:

    "Doch Blessing stellt den Gewinn ohnehin hinten an, Priorität habe die Reduzierung der Risiken und das Kapitalmanagement, betonte er. Die Führung der Bank hat Angst vor einer Verschärfung der Euro-Krise, da sie vor allem in Spanien und Italien stark engagiert ist."

    => Wenn Steuergelder in marode Produktionsbetrieb gesteckt werden, dann sichert das wenigstens Arbeitsplätze. Marode Banken feuern ihr Personal, siehe:

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/commerzbank-jetzt-geht-es-den-filialen-an-den-kragen/6979650.html

    und werden dennoch vom Steuerzahler gerettet.

    Das hat mit der stets dann beschworenen Marktwirtschaft, wenn die Löhne gedumpt und Sozialleistungen gekürzt werden sollen, absolut gar nichts mehr zu tun.

    Das selbe gilt für die "Rettungsschirmaktionen", die nur eines bewirken: Einen Krebsherd mit zahllosen Metastasen, die u.a. das Bankensystem durchziehen, am Leben zu halten.

    Es ist endlich der Cut notwendig:

    Mit dem Euro nicht lebensfähige Länder zurück zum Euro, Schuldenschnitte, Gläubigerbanken Pleite gnadenlos gehen lassen. Dann kann etwas Gesundes aufgebaut werden, derzeit wird Krankheit gepflegt und gezüchtet.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    http://die-volkszeitung.de

  • Liebes Handelsblatt, als eine Zeitung mit Hauptaugenmerk auf Politik und Wirtschaft sollte auch Ihnen bekannt sein das, " Am 28. Februar 2012 teilte sie (Deutsche Bank, Anm. des Kommentartors) mit, mittlerweile den vollständigen Anteil der Deutschen Post von 39,5 % mittels Pflichtwandelanleihe und der Verkaufsoption der Deutschen Post übernommen und weitere Aktien am freien Markt aufgekauft zu haben, so dass sich der Anteil an der Postbank nun auf 93,7 % beläuft."

    Somit hat der "Lieber Leser Eddie" mit seiner Anmerkung zu 100% Recht und Ihre Rechtfertigung läuft ins Leere!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%