Halbjahresbericht
Ungarische Tochter könnte BayernLB noch mehr kosten

Die Bayerische Landesbank muss nach einem Gerichtsurteil mehr Geld für Pensionen zurücklegen. Die Überschüsse im ersten Halbjahr gehen daher stark zurück. Außerdem macht die ungarische Tochter MKB weiter Probleme.
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FrankfurtEine juristische Niederlage im Streit um Pensionsrückstellungen hat der BayernLB im ersten Halbjahr das Ergebnis verhagelt. Der Vorsteuergewinn sank auf 174 Millionen Euro nach 244 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die zweitgrößte deutsche Landesbank am Montag mitteilte.

Wegen der Entscheidung des Bundesarbeitsgericht im Mai muss die BayernLB mehr Geld für Pensionen an langjährige Mitarbeiter zurücklegen, was das Ergebnis mit 133 Millionen Euro belastete.

Gedrückt wurde das Ergebnis ferner durch das Osteuropa-Geschäft der BayernLB. Bei der ungarischen Konzerntochter MKB erhöhte sich der Verlust vor Steuern im Vorjahresvergleich um mehr als acht Prozent auf 66 Millionen Euro. Die BayernLB klagt seit langem über staatliche Eingriffe, die ihr das Geschäft in Ungarn erschweren.

Finanzvorstand Stephan Winkelmeier schloss am Montag nicht aus, dass die BayernLB für die MKB noch einmal Geld nachschießen müsse. Er könne nicht ausschließen, dass „da im zweiten Halbjahr noch etwas kommt“. Bereits 2011 hatte die BayernLB den Wert der Bank um mehr als eine halbe Milliarde Euro nach unten schrauben müssen. Eine schwierige Aufgabe bleibt zudem: Einen Käufer für die MKB finden.

Nach dem Ende des EU-Beihilfeverfahrens muss die BayernLB im Gegenzug für die milliardenschweren Staatshilfen für ihre Rettung nämlich deutlich schrumpfen. Dazu gehört auch die Trennung von der MKB, die angesichts der Lage aber kaum rasch über die Bühne zu bringen ist. Anders sieht es etwa mit der Abgabe der Bauspartochter LBS an die Sparkassen aus, die Ende des Jahres abgeschlossen wird. Insgesamt muss die BayernLB fünf Milliarden Euro an den Staat zurückzahlen.

Auch die Wohnungsbaugesellschaft GBW mit ihren mehr als 30.000 Wohnungen muss die BayernLB bis Ende 2013 verkaufen, die EU fordert dafür ein Bieterverfahren. Winkelmeier wollte nichts dazu sagen, ob - und wenn ja mit wem - bereits Verhandlungen über die GBW liefen.

Auch zu den Aussichten für das gesamte Jahr äußerte sich Winkelmeier nur zurückhaltend. Die Bank halte an ihrer Prognose fest, im Kerngeschäft einen Vorsteuergewinn einzufahren. Darüber hinaus gebiete schon die Vorsicht angesichts der weiter ungelösten Schuldenkrise und der trüben Konjunkturaussichten, sich bei Vorhersagen „nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen“.

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  • In der deutschen Sprache gibt beinhaltet der Plural "Mitarbeiter" Männer wie auch Frauen. Angesichts der Größe der BayernLB ist davon auszugegen, dass die Bank Männer und Frauen beschäftigt. Insofern ist Ihr Kommentar hier überflüssig und nicht themenbezogen.

  • "Mehr Rückstellungen an langjährige Mitarbeiter" wird das
    Bundesarbeitsgericht zitiert. Wie steht es mit der Gleichstellung der Mitarbeiterinnen? Oder haben die von vornherein so niedrige Pensionszusagen bekommen, dass nur für "Mitarbeiter" höhere Rückstellungen erforderlich sind?

  • Es sind doch wohl die hohen PENSIONSZUSAGEN der Bayern-LB, die die Bilanz verhageln, doch nicht die dafür notwendigen Rückstellungen, oder??

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