Halbjahresbilanz
Europas Banken können Kernkapital stärken

Obwohl europäische Banken das erste Halbjahr glimpflich überstanden haben, bleibt eine große Unbekannte: der Abschreibungsbedarf auf Staatsanleihen. Diesmal sind die Geldhäuser besser gerüstet als nach der Lehman-Pleite.

BerlinDie Halbjahresbilanz der europäischen Großbanken einschließlich der deutschen Spitzeninstitute fällt ganz unterschiedlich aus. Sechs von 15 Instituten verzeichneten in den ersten sechs Monaten ein geringeres Nettoergebnis als im Vorjahreszeitraum. Mit einem Zuwachs beim Nettoergebnis von gut 36 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro markiert die britische HSBC die Spitze in der europäischen Liga.

Nahezu allen Banken gelang es in den vergangenen Monaten, das Kernkapital zu stärken. Die Deutsche Bank gehört dabei zu den Geldhäusern, die über ein ordentliches Kapitalpolster verfügen. Deutschlands Branchenprimus weist eine Kernkapitalquote von 14 Prozent aus.

In Deutschland profitierten alle Landesbanken von einer deutlich gesunkenen Risikovorsorge. Um fast 90 Prozent konnte die WestLB die Vorsorge für mögliche Problemfälle absenken, bei der BayernLB und der NordLB waren es noch gute 70 Prozent.

Aber mit Blick auf das laufende Halbjahr zeichnen sich bereits weitere große Herausforderungen ab. Insbesondere die Staatsschuldenkrise macht den Banken zu schaffen - und gerade Institute in den Euro-Staaten sind besonders betroffen. Die Regulierer verlangen zwar nicht, dass Banken EU-Staatsanleihen mit Eigenkapital unterlegen müssen. Doch der Fall Griechenland zeigt, dass die Banken schlecht beraten sind, hier keine Vorsorge zu treffen. Derzeit rätseln die Finanzmärkte noch, mit welchen Belastungen die europäische Kreditwirtschaft im zweiten Halbjahr zu rechnen hat.

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