Halbjahresbilanz
Weltweit weniger Schäden durch Katastrophen

Die Schäden durch Unwetter bleiben weltweit deutlich unter dem Durchschnittswert: Trotz eines strengen Winters in den USA richteten Unwetter im ersten Halbjahr nicht mal die Hälfte der erwarteten Kosten an.
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FrankfurtTrotz der Überschwemmungen auf dem Balkan und des Sturms über Mitteleuropa haben Naturkatastrophen im ersten Halbjahr weltweit relativ geringen Schaden angerichtet. Mit 42 Milliarden Dollar blieben die wirtschaftlichen Schäden deutlich unter dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre von 95 Milliarden Dollar, wie die Munich Re in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Schadenbericht feststellte.

Davon müssten Versicherer 17 Milliarden Dollar - gut 40 Prozent - bezahlen, acht Milliarden Dollar weniger als der Durchschnitt. Die größten Schäden verursachten Schneestürme in der japanischen Hauptstadt Tokio, die Überschwemmungen in den Balkan-Ländern im Mai, und zuletzt das Sturmtief „Ela“, das an Pfingsten über Frankreich, Belgien und Nordrhein-Westfalen hinweggezogen war.

„Es ist natürlich gut, dass die Naturkatastrophen zuletzt relativ glimpflich verliefen“, sagte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek. „Aber man darf nicht vergessen, dass sich die Risikolage insgesamt nicht verändert hat.“ Im zweiten Halbjahr werde die Klimaerscheinung „El Nino“ zunehmend die Witterung in vielen Teilen der Welt bestimmen. In den USA steige das Risiko für Tornados, über dem Nordwestpazifik könnten sich Taifune bilden. Insgesamt kamen im ersten Halbjahr 2700 Menschen durch Unwetter ums Leben, im Zehn-Jahres-Durchschnitt sind es 53.000.

Den größten Schaden richteten Schneestürme in Japan an: Schneefälle von bis zu einem Meter waren extrem ungewöhnlich für die Region, es kam zu zahlreichen Unfällen, Dächer stürzten unter der Schneelast zusammen, der Verkehr kam zum Erliegen . Von den fünf Milliarden Dollar an wirtschaftlichen Schäden müssen die Versicherer etwa die Hälfte tragen. Das Hochwasser in Serbien und Bosnien-Herzegowina war mit vier Milliarden Euro die weltweit zweitteuerste Naturkatastrophe im ersten Halbjahr. Allerdings müssen die Versicherer nach ersten Schätzungen lediglich rund 100 Millionen Dollar bezahlen - nur wenige Häuser, Straßen und Brücken waren gegen Überschwemmung versichert.

Der Sommersturm „Ela“ war an Pfingsten mit Orkanböen und Hagel über das Land gezogen und hatte in Frankreich, Belgien und Deutschland Schäden in der Größenordnung von 3,1 Milliarden Dollar gebracht. Rund 1,2 Milliarden Dollar davon entfielen auf Deutschland. In den USA wurde das Wirtschaftsleben durch den harten Winter teilweise lahmgelegt. Hier entstanden Schäden von 2,5 Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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