Halbjahresergebnis

Einbruch im Investment-Banking

Die Deutsche Bank verzeichnet einen Halbierung des Gewinns. Besonders betroffen: Das sonst so lukrative Investment-Banking. Mit Spannung werden die Äußerungen der Co-Chefs Jain und Fitschen zur Strategie erwartet.
Update: 31.07.2012 - 11:32 Uhr 9 Kommentare

Es brennt bei der Deutschen Bank

FrankfurtDer traditionelle Gewinnmotor der Deutschen Bank stottert. Weil die Schuldenkrise die Investoren rund um den Globus verunsichert, brach der Vorsteuergewinn im Investment-Banking im zweiten Quartal um über 60 Prozent auf 357 Millionen Euro ein. Ausgerechnet der neue Vorstandschef Anshu Jain, der die Sparte jahrelang selbst leitete, musste am Dienstag einräumen, dass das Privatkundengeschäft zuletzt mehr abwarf als das einst so lukrative Kapitalmarktgeschäft.

Eine schnelle Erholung erwartet er nicht. „Die Europäische Staatsschuldenkrise belastet weiterhin das Investorenvertrauen und die Kundenaktivitäten über alle Geschäftsbereiche hinweg“, erklärte Jain zusammen mit seinem Co-Chef Jürgen Fitschen.

Die Bank hat allerdings ihr Engagement in spanischen Staatsanleihen weiter gesenkt. Ende Juni hatte das Institut noch 873 Millionen Euro in Papieren des Euro-Krisen-Landes investiert, wie das Institut mitteilte. Drei Monate zuvor waren es noch knapp 1,4 Milliarden Euro. Dagegen erhöhte die Deutsche Bank ihre Investitionen in Italien von knapp zwei auf 2,5 Milliarden Euro.

In den übrigen Krisenstaaten sank das ohnehin schon niedrige Engagement weiter. In Portugal hat die Deutsche Bank noch 143 Millionen Euro im Feuer, in Irland 338 Millionen und in Griechenland 35 Millionen Euro. Welche Gefahren der Deutschen Bank durch die spanische Bankenkrise drohen, ließ das Institut zunächst offen.

Dass die Quartalszahlen enttäuschend ausfallen würden, hatte die Deutsche Bank schon vor einer Woche eingeräumt. Der Konzerngewinn vor Steuern halbierte sich beinahe auf 960 Millionen Euro, netto blieben nur noch rund 660 Millionen Euro übrig. Im gesamten ersten Halbjahr verdiente die Deutsche Bank unter dem Strich rund zwei Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn summierte sich in den sechs Monaten auf rund 2,8 Milliarden Euro.

Die Anleger sind mit dem Zahlenwerk nicht zufrieden. Die Aktien rutschten um bis zu zwei Prozent auf 24,32 Euro ab und zählten damit gegen den Trend zu den größten Verlierern im Dax.

Auch andere Großbanken tun sich derzeit schwer, im Investmentbanking Geld zu verdienen. Die Schweizer Rivalin UBS häufte in der Sparte im Quartal sogar einen Verlust von 130 Millionen Franken an. Vor allem in der Beratung bei Fusionen, Übernahmen und Börsengängen herrscht seit Monaten Flaute. Viele Institute leiten daher neue Sparrunden ein.

Die Deutsche Bank gab zunächst aber keinen weiteren Stellenabbau im Investmentbanking bekannt. In Finanzkreisen hatte es zuletzt geheißen, in dem Bereich stünden rund 1000 der zuletzt noch gut 10.000 Stellen auf der Kippe. Der Druck steigt, denn die Kosten stiegen wegen Währungseffekten zuletzt deutlich. Die Boni gingen zwar zurück, die Erträge allerdings noch deutlicher.

Vermögensverwaltung bleibt Baustelle
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9 Kommentare zu "Halbjahresergebnis: Einbruch im Investment-Banking"

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  • Vorhin habe ich einen netten Spruch gehört.

    "Es kommt zu einer neuen Währung! EinebWährung zum selbstnausschneiden."

    Blödsinn, aber der Spruch hat aktuell was.

  • Bösgesinnte, Zyiniker und andere Spassvögel könnten die Überschrift durchaus falsch verstehen wollen.

  • Konten auflösen und alles in Edelmetalle tauschen!
    Stabile Währung selbstgemacht!Ohne Banken und Zinsen.

  • Ich nehme an die Konzernstrategie besteht einzig und allein darin jetzt die Privatkunden richtig zu schröpfen, andere Geschäftsfelder sind ja schon abgegrast.

    Die deutschen Privatkunden besitzen aber noch Billionen an Sparguthaben (zumindest noch auf dem Papier dank Target2) welche sich jetzt die Dt. Bank mittels einer neuen Kampange einfahren will, da die Postbank dazu nicht im Stande ist.

  • ich als langjähriger Aktionär der Deutschen Bank war von Anfang an gegen den Inder als Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank. Ich bin immer mehr der Meinung gewesen das er es nur machen wollte weil er den ganzen Müll den er in der Deutschen Bank mit seinem Investmentbanking angerichtet hat so gut es geht als Vorstandvorsitzender unter der Oberfläche halten wollte. Deshalb musste Herr Bänziger auch gehen weil dieser da nicht mitmachen wollte.
    Das einzig gute ist das der Inder mit seinen 552697 Aktien und 346703 Aktienanrechten pozentual genau soviel Geld verliert wie andere Aktinäre der Deutschen Bank.

  • Da ist ja möglicherweise die BAFin mit einer Sonderprüfung gefordert. Zentrale Punkte könnten das Controlling und das Rechnungswesen darstellen.

    Im Controlling könnte die Frage im Vordergrund stehen, ob die "Zahlen" überhaupt zeitlich synchronisiert und zeitnah erfolgen.

    Im Rechnungswesen könnte die Frage des sogenannten Hedge Accounting und seine Auswirkungen auf den bilanziellen Gewinn sein.

    Zum anderen dürfte die Frage nach Sicherheitsaspekten in der Ermittlung des "Zahlenmaterials" stehen. Es könnte auch die Frage gestellt werden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem erzielten Ergebnis (Gewinn und Verlust) und dem "reporteten" Ergebnis gibt.

    Es geht im Kern also darum, ob es eine Differenz im tatsächlichen Ergebnis und dem hier berichteten Ergebnis gibt. Ob es eine Wahrheit neben der Wahrheit gibt?

  • Ein Bankensystem, das vor allem um seiner selbst willen existiert und die Anforderungen der Realwirtschaft allenfalls "unter ferner liefen" betrachtet, schadet unserem Land. Deutsche Bank und Co. habe jahrelang gigantische Summen aus dem System gezogen. Ich kann nicht verstehen, wie insbesondere mittelständische Unternehmen, KMU und Privatkunden sich noch mit diesen widerlichen Typen von Deutsche Bank, Commerzbank und Co. einlassen. Allerdings: Wenn ich an West LB und Co. denke kann ich nur sagen - weg damit, völlig überflüssiger Polit-Proporz.

  • endlich mal eine gute Nachricht,
    weiter so ;-)

  • ZOCKER:
    1
    Sie legen nie alle Karten auf den Tisch.
    2
    Zum Basisverhalten gehört der Bluff.
    3
    Alles Geld wird beim Spiel nie gezeigt.
    4
    Das eigene Verhalten wird allen Anderen unterstellt und vorausgesetzt.

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