Halbjahreszahlen Bank Austria ist für Unicredito ein Leckerbissen

Die Bank Austria Creditanstalt AG (BA-CA) hat im ersten Halbjahr 2005 dank eines sehr starken Geschäfts in Osteuropa kräftig verdient. Die Wiener hoben daraufhin ihre Prognose fürs Gesamtjahr an. Unzufrieden sind die Analysten nur über die geplante Integration der HVB-Tochter in die italienische Großbank Unicredito.

HB WIEN. Österreichs größte Bank werde 2005 ohne die Erlöse aus dem Verkauf der Investkredit-Anteile 1,1 Milliarden Euro vor Steuern verdienen, sagte BA-CA-Finanzvorstand Stefan Ermisch am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Bisher hatte das Kreditinstitut eine Milliarde Gewinn vor Steuern für das laufende Jahr in Aussicht gestellt. „Wir haben unsere Vorsicht aus den Zielen herausgenommen. Wir werden die 1,1 Milliarden Euro in jedem Umfeld erreichen“, sagte Ermisch.

Hinzu käme einmalig der Erlös aus der Verkauf der Anteile an der Investkredit Bank AG. „Das werden gut 100 Millionen Euro Nettoerlös sein“, bezifferte Ermisch den erwarteten Erlös des Paketes von rund 28 Prozent.

Nicht erst dank der neuen Zahlen gilt die Bank Austria als der Geldesel ihrer Mutter Hypo-Vereinsbank. Im Zuge der Übernahmeverhandlungen der HVB mit der italienischen Großbank Unicredito wurde immer wieder darüber spekuliert, dass das wahre Interesse der Unicredito der BA-CA und dort vor allem dem starken Osteuropageschäft gelte. Am heutigen Mittwoch beginnt in Mailand die Hauptversammlung der Unicredito. Die Aktionäre sollen der Übernahme der HVB zustimmen. Teil des Paketes soll ein Barangebot von 70,04 Euro je BA-CA-Aktie bzw. der Umtausch in 19,92 Aktien der Unicredito sein. Das Angebot soll vom 23. August bis 6. Oktober laufen.

Analysten lobten die Ergebnisse und bedauerten, dass die BA-CA künftig im Mailänder Konzern aufgehen werde. Durch das weitverzweigte Netzwerk der Bank in Osteuropa werde das Wachstum weiter anhalten. „Es wird eine Evolution geben, woher die Gewinne kommen“, sagte Alan Webborn von der Société Générale. Die Provisionserträge werden künftig eine größere Rolle spielen. Das höhere Volumen gleiche den Margendruck bei den Krediten aus.

„Es gibt viele Gründe für Selbstbewusstsein“, sagte WestLB-Analyst Ralf Breuer mit Blick auf die Rolle der Bank im bestehenden und künftigen Konzern. Die BA-CA habe auf konsolidierter Basis rund zwei Drittel des Nettoergebnisses der HVB geliefert. „Es wäre eigentlich schade, wenn so eine schöne Aktie vom Markt verschwinden würde“, fügte er hinzu.

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