Handelsblatt Exklusiv
Haspa Finanzholding vor Einstieg in Ratzeburg

Es ist eine bundesweite Premiere: Erstmals beteiligt sich eine Sparkasse direkt an einer anderen Sparkasse. Die Haspa Finanzholding will sich 25,1 Prozent an der Ratzeburger Sparkasse sichern.
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BerlinDas neue Sparkassengesetz in Schleswig-Holstein hat den Praxistest bestanden. Der Einstieg der Haspa Finanzholding bei der öffentlich-rechtlichen Sparkasse Herzogtum Lauenburg in Ratzeburg soll in dieser Woche vollzogen werden.

Die Haspa Finanzholding, die auch die Anteile an der größten deutschen Sparkassen, der Hamburger Sparkasse (Haspa) hält, wird sich nach Informationen des Handelsblatts aus politischen Kreisen mit 25,1 Prozent an der gesunden Ratzeburger Sparkasse beteiligen. Es ist die erste Beteiligung, auf Basis des neuen Sparkassengesetzes vollzogen wird.

Bundesweit hatte das Vorhaben der schwarz-gelben Koalitionsregierung in Kiel für großes Aufsehen gesorgt. Erstmals können sich Sparkassen damit an anderen Sparkassen direkt beteiligen. CDU und FDP zogen mit der Beteiligungsmöglichkeit Konsequenzen aus den Schwierigkeiten der beiden größten Institute im Bundesland.

Sowohl die Sparkasse Südholstein als auch die Nord-Ostsee-Sparkasse gerieten durch hausgemachte Probleme und die Finanzmarktkrise in Schieflage, die Sicherungssysteme der Sparkassen-Finanzgruppe mussten eingreifen. Künftig sollen sich Sparkassen rechtzeitig durch Beteiligungen stärken können.

"Von dieser Beteiligung könnte Signalwirkung ausgehen", sagte der neue Sparkassenpräsident in Schleswig-Holstein, Reinhard Boll, dem Handelsblatt. Hatte sich der Verband noch unter seinem Vorgänger gegen das Sparkassengesetz gewehrt, will Boll das Beste daraus machen. "Eine Beteiligung bringt der Sparkasse Kapital, Know how und kann Kosten reduzieren", so Boll.

Der nächste Kandidat für die Nutzung des Sparkassengesetzes steht bereits fest: Die Sparkasse Südholstein. Auch hier gilt die Haspa Finanzholding als Favorit. Was anderen Sparkassen in Norddeutschland nich ganz geheuer ist. Kommt diese Beteiligung nämlich zustande, wäre die Haspa an sechs Instituten in Schleswig-Holstein engagiert: Bei zwei öffentlich-rechtlichen und vier Sparkassen, die als AG firmieren. Letztere Beteiligungen werden schon seit vielen Jahren gehalten und stellten rechtlich kein Problem dar.

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