Handelsblatt Exklusiv
Rückforderungen beschädigen Riester-Image

Die Deutschen haben das Vertrauen in die staatlich geförderte Privatrente verloren.
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66 Prozent der Bevölkerung hätten das Vertrauen verloren, nachdem das Bundesfinanzministerium in mehr als einer Million Fällen die gezahlten Zulagen an Inhaber von Riester-Renten-Policen zurückfordert.

Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern, die Handelsblatt exklusiv vorliegt. Damit ist kurzfristig der Vertrauensverlust entstanden, den die Regierung gerade vermeiden will.

Knapp 60 Prozent nähmen die Rückforderungen sogar zum Anlass, statt Riester künftig lieber auf andere private Modelle zur Altersvorsorge auszuweichen, ergab die Blitz-Umfrage nach Angaben von Faktenkontor weiter.

Rund ein Drittel der Befragten betrachtet künftig den Erwerb von Immobilien als attraktivste Lösung, die staatliche Rente durch eine private Altersvorsorge zu ergänzen. Gut jeder Fünfte denkt zudem an eine betriebliche Altersvorsorge. Der Abschluss einer Riester-Rente wird derzeit dagegen nur von sieben Prozent der Bevölkerung in Erwägung gezogen.

Die Bundesregierung will unkundigen Vorsorgesparern nun entgegenkommen. Zwar fordere der Bund von 1,5 Millionen staatlich geförderten Personen wegen falscher Voraussetzungen die gezahlten Zulagen zurück. Manchen Sparern war aber unklar, dass sie Fehler gemacht haben.

Solchen Kunden könnte vielleicht geholfen werden, erklärte das Finanzministerium. Es wies jedoch darauf hin, dass dies nur für einen sehr geringen Anteil der 1,5 Millionen Riester-Sparer zutreffe, denen die Zulagen im Nachhinein gestrichen worden seien. Bei den meisten Betroffenen handele es sich um Personen, die ihre Verträge aufgelöst hätten oder von Anfang an keinen oder einen zu geringen Eigenbeitrag gezahlt hätten.

Befragt nach der persönlichen Situation in der Altersvorsorge, gaben 37 Prozent der Deutschen an, noch bestehende Lücken durch eine private Vorsorge schließen zu müssen. Knapp jeder Vierte will sich zu diesem Zweck in Eigeninitiative an einen Finanzdienstleister wenden.

Die Ansprache durch einen Finanzberater sehen dagegen nur neun Prozent der Befragten als eine willkommene Gelegenheit, das Thema Altersvorsorge für sich zu lösen. 47 Prozent gaben an, in absehbarer Zeit nichts zu unternehmen, um die ihnen bekannten Lücken zu schließen.

 

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