Handelsblatt-Regulierungstagung
Herz-und-Nieren-Test für Banken kommt regelmäßig

Anfang kommenden Jahres startet der nächste Stresstest für europäische Großbanken. Und auch den Termin für den übernächsten Check hat Bankenaufseher Adam Farkas jetzt auf einer Handelsblatt-Tagung bekanntgegeben.

FrankfurtDie EU-Aufsichtsbehörde EBA will Großbanken regelmäßig auf Herz und Nieren testen. Ab 2016 sei jedes zweite Jahr ein Stresstest geplant, sagte EBA-Exekutivdirektor Adam Farkas am Dienstag auf der Handelsblatt-Tagung „Neue Entwicklungen in der Bankaufsicht“ in Frankfurt.

Banken, die gerade am Anfang einer Restrukturierung stünden, würden im kommenden Jahr allerdings nicht unter die Lupe genommen. Geldhäuser, die mit ihrem Umbau schon fast durch seien, würden dagegen durchleuchtet. Die Tests sollen laut Farkas auf den Ergebnissen der Großbanken Ende 2015 basieren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die EBA hatten vergangene Woche angekündigt, ab Februar 53 Institute einem Stresstest zu unterziehen. Die Banken müssen dabei zeigen, wie sie sich bei einer erwarteten Wirtschaftsentwicklung sowie bei einer Krise entwickeln würden.

Die Ergebnisse sollen der EZB bei ihrer jährlichen Überprüfung der Banken (SREP) helfen. Am Ende des SREP legt die EZB Mindestkapitalquoten für die von ihr beaufsichtigten Banken vor. Die zuletzt den Banken genannten Kapitalvorgaben können nach Einschätzung der obersten EZB-Bankenaufseherin als Blaupause für künftige Festlegungen gesehen werden.

Die Vorgaben lieferten Hinweise darauf, was von den Instituten auch künftig gefordert werde, sagte Daniele Nouy auf der Tagung. Die neuen Mindestkapitalanforderungen an die Großbanken für 2016 sollen bis Jahresende stehen. Klar ist bereits jetzt, dass sie etwas höher ausfallen werden als für dieses Jahr.

Die Bankenaufsicht will Nouy zufolge 2016 insbesondere die Gewinntreiber und die Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle der Geldhäuser in den Blick nehmen. „Das ist ganz klar ein wichtiges Gebiet für den Fokus der Aufsicht.“

Seit Herbst 2014 ist die Europäische Zentralbank (EZB) direkt für die Überwachung der größten Institute im Euro-Raum zuständig. Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM) setzt sich aus der EZB und den nationalen Aufsichtsbehörden der Länder der Währungsunion zusammen.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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