Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch": Commerzbank-Chef Blessing begrüßt härtere Bankenregulierung

Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch"
Commerzbank-Chef Blessing begrüßt härtere Bankenregulierung

Commerzbank-Chef Martin Blessing hat sich auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" ausdrücklich für eine härtere Regulierung des Bankensektors ausgeprochen. Er fürchtet in der Folge keine Verknappung des Kreditangebots.
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hgn/HB FRANKFURT. "Die meisten internationalen Banken haben eine ausreichende Kapitalausstattung", sagte Blessing am Donnerstag in Frankfurt. Er sei "der Letzte", der von einer massiven Kreditverknappung im Zuge von Basel III ausgehe. Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis hatte gewarnt, dass das "Basel-III"-Regelwerk das Kreditvolumen der Sparkassen um 225 Mrd. Euro reduzieren werde.

Blessing sagte: "Ich gehe davon aus, dass wir signifikant härtere Kapitalregeln haben werden und gewisse Übergangsfristen, die es allen Instituten ermöglichen werden, da reinzuwachsen." Es müsse aber darauf Rücksicht genommen wreden, dass mehr als 50 Prozent des Bankensektors keinen Zugang zum Kapitalmarkt hätten, Er halte es für richtig, dass viele Sachen passieren. Dies gelte, auch wenn international "ein Tick mehr Abstimmung" mitunter sinnvoll erscheine. Basel habe sich die Themen Liquidität und Eigenkapital vorgenommen. "Ich glaube, es ist richtig, dass an beiden Themen gearbeitet wird." Die Anforderungen aus Basel per se seien aber durchaus hart. "Ich gehe davon aus, dass wir signifikant härtere Kapitalvorschriften haben werden."

Blessing distanzierte sich deutlich von dem seit Monaten andauernden Klagen seiner Branche, die härtere Regulierung werde die Wirtschaft schwächen. Für die Commerzbank selbst seien die neuen Anforderungen durchaus handhabbar. "Wir als Commerzbank hätten durchaus noch Lust auf den ein oder anderen Kunden, der Spaß hat, zu uns zu kommen." In Summe sei er ganz positiv, was die Aussichten für die Banken betreffe.

Im Wettbewerb um Privatkunden sieht sich die Commerzbank unterdessen noch nicht am Ziel. "Im Privatkundengeschäft ist die Ergebnissituation zwar positiv, aber noch nicht da, wo wir sie gerne hätten", sagte der Vorstandsvorsitzende des teilverstaatlichten Dax-Konzerns, Martin Blessing, am Donnerstag bei der "Handelsblatt"- Bankentagung in Frankfurt. "Hier liegt noch eine ganze Menge Arbeit vor uns."

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  • was ich nicht verstehe: Die wollen bis "spaetestens 2012 damit beginnen die Staatshilfen zurueckzuzahlen". Aber wieso soll es dann dieses Jahr schon wieder grosszuegige bonusausschuettungen geben, wie man aus der bank von Leitenden Angestellten hoeren kann (hab so einen in der Familie..) ? Wenn dieses bonusgeld nicht zum Ueberleben noetig ist, koennen sie es doch dem zuallererst dem Retter in der Not wiedergeben. Also, dass dies erst nach vollstaendiger Rueckzahlung von Zins und Tilgung ueberhaupt infragekommen kann gebietet doch schon allein der Anstand?

  • Schonmal an die vielen Arbeitsplaetze gedacht, die bei inlaendischen Wettbewerbern auf der Kippe stehen, weil H. blessing ausschliesslich mithilfe Steuergeldern und -garantien mit Kampfkonditionen Marktanteile besetzt? Selbstverstaendlich waeren institute, die die Krise alleine gemeistert haben, nun aber basel iii stemmen muessen froh ueber jeden Kunden, der nicht durch die staatsalimentierte Comdeybank bedient wird.

  • @Matthias D.:
    Es geht doch nicht darum, wie eine bank zu führen ist, sondern darum, wie blessing sich zu den basel iii-Regeln positioniert - und gegebenenfalls zu anderen Vorschlägen zum Thema.
    Dabei ist für die bewertung schon in Erwägung zu ziehen, wie der betreffende wirtschaftlich und politisch positioniert ist - oder sich hat lassen. Sich sodann allein darauf zu zentrieren, ist fürwahr etwas wenig. Eine Meinungsäußerung allerdings davon abhängig zu machen, daß Kenntnisse über das Führen eines bankgeschäftes vorliegen, halte ich für abstrus - und peinlich.

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