Handelsblatt-Tagung Dresdner Bank sieht Gipfel erreicht

Gerade erst haben sich die Kreditinstitute in Europa von den Schocks der Vorjahre erholt, da rechnet die Dresdner Bank schon wieder mit einem schlechteren Marktumfeld. Der Höhepunkt sei erreicht, prognostiziert Bankchef Walter. Bewahrheitete sich die Prognose, träfe das gerade die Allianz-Tochter selbst hart.
Bankchef Walter gibt sich wenig optimistisch. Foto: ap

Bankchef Walter gibt sich wenig optimistisch. Foto: ap

HB FRANKFURT. Seit dem Jahr 2003, als die „die Nacht am schwärzesten war“, hätten sich die Gewinne der Kreditinstitute kontinuierlich nach oben bewegt, sagte Bankchef Herbert Walter am Freitag auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt. In manchen Bereichen des Bankgeschäfts sei bereits das Ertragsniveau des Boom-Jahres 2000 erreicht. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Geschäftszyklus in den kommenden Jahren umkehre und die Gewinne der Banken wieder zurückgingen.

Die Dresdner Bank würde das mehr als andere treffen, denn das Institut liegt in Sachen Rentabilität noch immer weit hinter der Konkurrenz. Im vergangenen Jahr erreichte das von der Allianz übernommene Institut lediglich eine Eigenkapitalrendite von rund 9 Prozent. Rivalen kommen mitunter auf das Doppelte. Vor diesem Hintergrund hatte die Dresdner Bank vor wenigen Wochen angekündigt, knapp 2 500 Stellen zu streichen und damit die Gesamtzahl der seit dem Jahr 2000 abgebauten Arbeitsplätze auf über 20 000 zu erhöhen.

Walters Ziel ist weiter eine Eigenkapitalrendite von 12 Prozent im Jahr 2008, was etwa 20 bis 21 Prozent vor Steuern entspreche. Das Verhältnis der Kosten zu den Erträgen (Cost-Income-Ratio) solle mittelfristig bei rund 70 Prozent liegen. Im zweiten Quartal waren es 81 Prozent, sagte Walter. Dieser Wert bedeutet, dass die Bank 81 Cent aufwenden musste, um 100 Cent zu verdienen.

Gang ins Ausland

Die Dresdner Bank erwägt nach Walters Worten eine Ausweitung ihres Europa-Geschäfts. Der Mutterkonzern sei in vielen Ländern präsent, möglicherweise mache es Sinn, deren Angebote mit eigenen zu ergänzen, sagte er. Noch handele es sich aber nur um Überlegungen. „Man muss einfach die Geduld haben zu warten.“

Die Dresdner Bank und Allianz werden in Finanzkreisen immer wieder als möglicher Kandidat den Kauf der angeschlagenen österreichischen Gewerkschaftsbank Bawag gehandelt.

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