Handelsblatt-Tagung: Top-Banker streiten über Folgen der Regulierung

Handelsblatt-Tagung
Top-Banker streiten über Folgen der Regulierung

Viel Prominenz traf sich auch heute auf der Handelsblatt-Konferenz „Banken im Umbruch“ in Frankfurt: Mit dabei waren unter Martin Blessing, Theodor Weimer, Jürgen Fitschen und Wolfgang Kirsch. Ein wichtiges Thema war, wie die Folgen der verschärften Regulierung ausfallen. Und die deutschen Banken streiten öffentlich darüber.
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HB FRANKFURT. Commerzbank-Chef Martin Blessing und sein DZ-Bank-Kollege Wolfgang Kirsch halten die Übergangsfristen für ausreichend, in denen sich die Banken dem neuen Eigenkapital-Regelwerk "Basel III" anpassen können. Dagegen fürchten die Sparkassen im Gegensatz zu Blessing eine massive Verknappung von Krediten. EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark stellt angesichts der Reformen sogar das dreigliedrige Bankensystem in Deutschland infrage.

Im Baseler Ausschuss der wichtigen Aufseher und Notenbanker zeichnen sich deutlich höhere Kernkapitalquoten der Banken von 2013 an ab. Für den Aufbau von zusätzlichen Kapitalpuffern und eine Erhöhung des Anteils "harten Kernkapitals" aus Aktien und Gewinnrücklagen sollen sie aber zwischen fünf und zehn Jahren mehr Zeit erhalten. Die deutschen Vertreter im Ausschuss hatten vergeblich auf mildere Vorschriften gehofft.

"Ich gehe davon aus, dass wir gewisse Übergangsfristen haben werden, die es allen Instituten ermöglichen werden, da reinzuwachsen", sagte Commerzbank-Chef Blessing am Donnerstag in Frankfurt. Die meisten internationalen Banken hätten bereits jetzt eine ausreichende Kapitalausstattung. Bei einem Stresstest im Juli, der eine Kernkapitalquote von sechs Prozent als Maßstab zugrundegelegt hatte, waren nur sieben von 91 Banken in Europa durchgefallen. Knapp sechs Prozent sind als Mindestausstattung auch nach Basel III im Gespräch.

"Wir werden die neuen Vorgaben stemmen", sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch. Das Genossenschaftsinstitut könne im Jahr rund 500 Mio. Euro an Gewinnen einbehalten, ohne die Dividenden zu kürzen, beruhigte er die Mitgliedsbanken. Vieles hänge aber an der Konjunktur: Nur wenn diese mitspiele, könne die DZ Bank auch entsprechend hohe Gewinne einbehalten. Das Spitzeninstitut der meisten Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland rechnet in diesem Jahr mit einem Milliardengewinn.

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  • Der EZb-Chefvolkswirt Stark ist wohl nicht ganz bei Trost, unsere Sparkassen runterzureden mit dümmlichen Sprüchen bzw. Wetten aus USA. So wie er daherredet, scheint er auf der Payroll der Heuschrecken gelistet zu sein, denn die sind schon lange auf die Sparkassen scharf. Dann kann sich unser Mittelstand endgültig einsargen lassen. Und so einer will allen Ernstes mal bundesbank-Chef werden. Gruselig.

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