Handelsblatt-Tagung: Top-Banker warnen vor Engpässen bei Krediten

Handelsblatt-Tagung
Top-Banker warnen vor Engpässen bei Krediten

Viel Prominenz traf sich auch heute auf der Handelsblatt-Konferenz „Banken im Umbruch“ in Frankfurt: Mit dabei waren unter Martin Blessing, Theodor Weimer, Jürgen Fitschen und Wolfgang Kirsch. Ein wichtiges Thema war, wie sich die Regulierung auf das Kreditgeschäft auswirkt. Und hier sehen die Banker große Gefahren.
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HB FRANKFURT. Im Ringen um schärfere Regeln für die Finanzwelt mehren sich die warnenden Stimmen der Banken. Manager von Deutscher Bank und DZ Bank warnten am Donnerstag bei einer Branchentagung in Frankfurt vor möglichen Engpässen bei der Kreditvergabe. Dagegen sehen die Chefs von Commerzbank und Hypo Vereinsbank (HVB), Martin Blessing und Theodor Weimer, keine drohende Kreditklemme. Unisono forderte die Branche eine bessere Abstimmung der Regeln und lange Übergangsfristen. Auf die Institute kommen milliardenschwere Anforderungen zu. An diesem Sonntag könnten die neuen Kapitalvorgaben („Basel III“) festgezurrt werden.

„Die Spannungen werden sich erhöhen, wenn Kredite wieder mehr nachgefragt werden und das ganze Regelwerk auf uns einwirkt“, warnte Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen. „Ich bin noch nicht überzeugt, dass es dann nicht zu Verengungen kommen könnte.“

Fitschen versicherte: „Das Begehren, Stabilität zu erzeugen, wird von allen geteilt. Die Frage ist nur: Wie?“ Die Banken rechnen nach den neuen Eigenkapitalregeln unter „Basel III“ mit Milliardenbelastungen. Nach letzten Angaben des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) benötigen allein die zehn größten deutschen Institute für die höheren Eigenkapitalquoten zusätzlich 100 Mrd. Euro. Erwartet wird, dass die Banken künftig statt vier Prozent mindestens sechs Prozent Kernkapital vorhalten müssen, das ausschließlich aus Aktien und einbehaltenen Gewinnen bestehen soll.

Commerzbank-Chef Martin Blessing mahnte ein international abgestimmtes Vorgehen bei der Regulierung an. „Ein Tick mehr Abstimmung zwischen den verschiedenen Initiativen würde einfach helfen.“ Der Vorstandsvorsitzende der genossenschaftlichen DZ Bank, Wolfgang Kirsch, sagte: „Der Prozess könnte etwas geordneter ablaufen. Was wir vermissen ist eine Rückmeldung. Da wünscht man sich weniger geheime Kommandosachen und mehr Austausch.“

Kirsch bekräftigte die Forderung, die Sondersituation der Genossenschaftsbanken zu berücksichtigen: „Wir haben eine Einlagensicherung, unsere Sicherungseinrichtung funktioniert, da sind Mrd. in der Kasse.“ Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis, hatte die aktuell diskutierten Regeln am Mittwoch als „viel zu pauschal und viel zu wenig differenziert“ kritisiert. Es würden gerade diejenigen Institute bestraft, die in der Krise nicht auffällig geworden seien.

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