Handelsgeschäft
Deutsche Bank prüft Verkauf ihres Uran-Schatzes

U3O8 ist die Abkürzung für Uran, das an der Börse gehandelt wird. Zu den Handelshäusern gehört die Deutsche Bank. Ein Verkauf des Geschäfts deutet sich an – und damit auch das Abstoßen eines stattlichen Uran-Vorrats.
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LondonDie Deutsche Bank führt Insidern zufolge Gespräche über den Verkauf ihres Uran-Handelsgeschäfts. Die Bank, die weitgehend aus dem Handel mit Rohstoffen aussteigen will, habe zahlreiche Anfragen von Interessenten bekommen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein offizieller Verkaufsprozess dürfte Anfang 2014 in Gang gebracht werden.

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Uran-Händlern außerhalb der Atomwirtschaft. Die Bank wollte sich nicht zu ihren Plänen äußern. Auch der Konkurrent Goldman Sachs hat seinen Uran-Handel zum Verkauf gestellt.

Bei der Deutschen Bank stehen unter anderem Lagerbestände von schwach angereicherten Uran – „Yellowcake“ genannt – im Wert von rund 200 Millionen Dollar zum Verkauf. Das wäre genug, um zehn Kernkraftwerke mit einer Kapazität von 1000 Megawatt zwölf bis 18 Monate zu befeuern, wie Branchenkenner sagten. 80 Prozent des Urans weltweit werden über langfristige Kontrakte zwischen Herstellern und Versorgern gehandelt, ein Fünftel wird auf dem Spot-Markt verkauft. Dort sind die Uran-Preise auf den niedrigsten Stand seit 2005 gesunken. Uran 308 kostet nur noch halb so viel wie vor Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima 2011.

Die Finanzinstitute hatten das Geschäft Mitte der 2000er Jahre für sich entdeckt, als noch von einer „Renaissance“ der Kernkraft die Rede war. 2007 erreichte der Uran-Preis mit 140 Dollar je Pfund seinen Höchststand, in diesem Herbst sind es noch 34 bis 35 Dollar. Insider sagten, die Deutsche Bank habe in dem Geschäft in den vergangenen fünf Jahren stets schwarze Zahlen geschrieben. Die Deutsche Bank hatte den Ausstieg aus dem Rohstoffgeschäft mit niedrigen Margen und härteren Auflagen der Regulierer begründet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Handelsgeschäft: Deutsche Bank prüft Verkauf ihres Uran-Schatzes"

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  • ist in tokyo donnerstag schon <Freitag><?

    http://central.banktunnel.eu/udentum.jpg
    http://de.wikipedia.org/wiki/Neubau_der_Europ%C3%A4ischen_Zentralbank

  • Banken sollen sich auf die Kreditwirtschaft konzentrieren, das ist ihre Aufgabe!

    Der Rohstoffhandel ist Sache der verarbeitenden Industrie.

    Wenn Banken mit Rohstoffen 'handeln', tragen diese nur zur Verknappung und Kostenexplosion für die Rohstoffnutzer bei.

    Wenn sich die DB wieder verspekuliert, sollen die Kunden wieder zahlen?

  • Danke, Wolfsfreund. Du sprichst mir aus der Seele.
    U3O8 ist die chemische Formel für Uranoxid.

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