Hans-Peter Krämer lehnt Pläne zur Übernahme der Berliner Bank ab: Kölner Sparkassenmanager warnt vor Spiel mit dem Feuer

Hans-Peter Krämer lehnt Pläne zur Übernahme der Berliner Bank ab
Kölner Sparkassenmanager warnt vor Spiel mit dem Feuer

Mit deutlichen Worten hat der Vorstandschef der Kreissparkasse Köln, Hans-Peter Krämer, die Institute der Gruppe vor unüberlegten Fusionsphantasien gewarnt. Die Sparkassen müssten aufpassen, dass sie den Befürwortern einer Privatisierung kommunaler Institute nicht ungewollt Argumente in die Hände spielten, sagte der einflussreiche Sparkassenmanager gestern in Köln.

cd KÖLN. „Es darf in der Politik nicht der Eindruck entstehen, die Sparkassen kauften private Konkurrenten, während umgekehrt die privaten Institute keine öffentlichen Banken kaufen können.“ Den Plan der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, die Berliner Bank von der Bankgesellschaft zu übernehmen, lehnt Krämer entschieden ab.

Bisher erlauben die Sparkassengesetze keinen Verkauf von Sparkassen. Umgekehrt können die öffentlichen Institute sehr wohl private Banken kaufen „Es ist aber ein Unterschied, ob ich etwas darf oder etwas mache“, sagte Krämer. Dabei will er die Übernahme der BW-Bank durch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) aber nicht als Sündenfall verstanden wissen. Schließlich sei das Land bei der BW-Bank schon zuvor Mehrheitsaktionär gewesen.

Von den deutschen Großbanken droht den Sparkassen Krämer zufolge längst keine Gefahr mehr: „Die sind nur noch Nischenanbieter“, sagte er selbstbewusst. Im Geschäftsgebiet der Kreissparkasse Köln habe etwa die Deutsche Bank einen Marktanteil von sechs Prozent. Sein Institut hingegen kommt allein im Privatkundengeschäft auf 55 bis 60 Prozent. Mögliche Kaufszenarien nimmt Krämer wenig ernst. Zum Kauf der Sparkassen fehle den Großbanken schlicht das Geld. Bedeutend gefährlicher sei die ausländische Konkurrenz.

Das unter Sparkassen lange umstrittene „Stuttgarter Modell“ bezeichnete Krämer als Erfolgsstory. In der LBBW sind eine Landesbank und eine Großsparkasse aufgegangen. Viele Sparkassenmanager in Nordrhein-Westfalen wettern gegen solche Konzernstrukturen. Doch Krämer, der Aufsichtsratschef der HSH Nordbank und Aufsichtsratsmitglied bei der WestLB ist, hält dagegen: „Alle erfolgreichen Großbanken haben ein Großkunden- und ein Massengeschäft.“

Für das laufende Jahr strebt die mit einer Bilanzsumme von 21,9 Mrd. Euro hinter der Hamburger Sparkasse und der Sparkasse Köln-Bonn drittgrößte deutsche Sparkasse ein Betriebsergebnis von 1,10 (1,03) Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme an. Zudem hofft sie, durch Rückendeckung der kommunalen Träger eine Verbesserung des Finanzstärkeratings von derzeit „A1“ bei Moody’s zu erreichen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%