Hauptversammlung
Aktionäre nicken Vergütungsmodell der Deutschen Bank ab

Neue Vergütungsregeln sind Teil des Kulturwandels der Deutschen Bank. Vielen Aktionären gingen sie nicht weit genug. Doch am Ende stimmten die Eigner auf der Hauptversammlung zu. In Personalfragen setzten sie Zeichen.
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FrankfurtDie Aktionäre der Deutschen Bank haben das neue Vergütungsmodell für den Vorstand mit großer Mehrheit abgesegnet. 88,7 Prozent des anwesenden Kapitals stimmten auf der Hauptversammlung für die neuen Prinzipien, wie Deutschlands größtes Geldhaus am späten Donnerstagabend mitteilte.

Die Bank sieht das Vergütungsmodell als Meilenstein für den ausgerufenen Kulturwandel unter den seit knapp einem Jahr amtierenden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Denn viel stärker als früher fließen künftig neben klassischen Ergebniszielen auch "weiche" Faktoren wie Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit in die Bonus-Berechnung ein.

Zudem sind die Prämien gedeckelt und werden über Jahre gestreckt ausgezahlt - auch beim Top-Management unterhalb des Vorstands. Daneben gibt es einen festen Gehaltsdeckel für die Chefs. Vieles geht auf Vorschläge einer externen Vergütungskommission unter Führung des früheren BASF-Chefs Jürgen Hambrecht zurück, die der neue Aufsichtsratschef Paul Achleitner im vergangenen Jahr eingesetzt hat.

Die Aktionäre stimmten zudem der Berufung von drei neuen Aufsichtsratsmitgliedern zu: In das Kontrollgremium ziehen die frühere Finanzchefin der US-Großbank JPMorgan, Dina Dublon, der ehemalige Finanzchef der Schweizer Großbank UBS, John Cryan, sowie der Düsseldorfer Gesellschaftsrechtler Georg Thoma ein.

Letzterer soll den neuen Ausschuss für Unternehmensintegrität im Aufsichtsrat leiten, der den Kulturwandel überwacht. Mit dem Einzug der drei Aufsichtsräte erhalten Vertreter der Finanzbranche ein stärkeres Gewicht im Kontrollgremium.

Die Personalien waren daher im Vorfeld Finanzkreisen zufolge nicht ganz unumstritten. Das schwächste Ergebnis erzielte der Ex-SAP-Chef Henning Kagermann, der zur Wiederwahl stand. Er erhielt lediglich 73,5 Prozent Ja-Stimmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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