Hauptversammlung: Allianz versüßt Aktionären die Radikalkur

Hauptversammlung
Allianz versüßt Aktionären die Radikalkur

Auf ihrer Hauptversammlung stellt die Allianz die Weichen für den größten Umbau in ihrer Geschichte. Die Aktionäre des Versicherungskonzerns sollen die Verschmelzung der italienischen Tochter RAS auf den Mutterkonzern und die damit einhergehende Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft absegnen. Die Allianz hat einen Köder ausgelegt.

HB DÜSSELDORF. Durch die Fusion werde der Überschuss der Allianz rein rechnerisch und selbst ohne Einbeziehung von erwarteten Synergieeffekten um 370 Mill. Euro ansteigen, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann auf am Mittwoch in Düsseldorf. „Wir sind überzeugt, dass die strategischen und operativen Vorteile mittelfristig Ergebnisperspektiven bieten, die diese Transaktion aus Sicht der Allianz-Aktionäre mehr als rechtfertigen“, sagte er.

Die Allianz will ihre Tochter RAS für 5,9 Mrd. Euro komplett übernehmen und mit dem Mutterkonzern verschmelzen. Die Allianz will sich dabei die Rechtsform einer Europa-AG (Societas Europaea, kurz SE) geben. Aufsichtsratschef Henning Schulte-Noelle betonte nochmals, die Allianz wolle gleichwohl an der paritätischen Mitbestimmung im Aufsichtsrat festhalten, der von 20 auf 12 Mitglieder verkleinert werden soll. Allerdings beharre die Arbeitnehmerseite auf einer größere Zahl von Aufsichtsratsmitgliedern als von der Konzernführung vorgesehen. Die gesamte Verschmelzung einschließlich der Eintragung in das Handelsregister solle bis Herbst 2006 abgeschlossen sein, aber rückwirkend zum Januar gelten.

„Dieser Tag kann und soll ein Meilenstein für die Entwicklung Ihres Unternehmens werden“, warb Allianz-Chef Michael Diekmann vor den Aktionären für seinen Plan, die Allianz als erstes großes Unternehmen in eine Europäische Aktiengesellschaft zu verwandeln. Mit dem geplanten Schritt bekenne sich die Allianz zu Europa, wo das Unternehmen den wesentlichen Teil seiner Umsätze und Gewinne mache.

Auf der Hauptversammlung will sich die Allianz die Ausgabe von 25 Mill. neuen Aktien für die RAS-Übernahme genehmigen lassen. Wegen der Kurssteigerung der Allianz-Aktie hatten weniger RAS-Aktionäre als erwartet das Barumtauschangebot der Allianz angenommen, so dass für die Verschmelzung erheblich mehr Aktien für den Aktientausch ausgegeben werden müssen als ursprünglich geplant. Dadurch werde der Gewinn je Aktie der Allianz durch die Fusion ohne Berücksichtigung von Synergien um 2 Prozent verwässert werden, sagte Diekmann. Dies gelte, so präzisierte der Konzern, jedoch nur für das Jahr 2006 und nicht die Folgejahre. Ursprünglich war die Allianz ohne Synergien von einem Gewinnanstieg pro Aktie um 2 Prozent ausgegangen.

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