Hauptversammlung Deutsche Börse
Francioni im Nahkampf mit den Zweiflern

Wenn es um die geplante Fusion mit der New Yorker Börse geht, gibt Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni den Optimisten. Die Aktionäre sind deutlich skeptischer. Auf der Hauptversammlung bleiben sie aber vergleichsweise zahm.
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FrankfurtDer Chef ist früh dran. Um 9.05 Uhr fährt die schwarze Mercedes-Limousine vor der Frankfurter Jahrhunderthalle vor, knapp eine Stunde vor Beginn der Hauptversammlung. Reto Francioni, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse, steigt aus, schüttelt Hände, scherzt. Er wirkt gut gelaunt. Die Stimmung bei den Kleinaktionären dagegen ist frostig. Viele fürchten, dass der Finanzplatz Deutschland bei der geplanten Fusion mit der New Yorker Börse Nyse ins Hintertreffen geraten wird. „Die Amerikaner werden das Sagen haben“, sagt einer.

Markus Kienle Rechtsanwalt und Aktionärsschützer der SdK, sagt, dass noch lang nicht klar sei, ob ein Zusammenschluss der beiden Handelsbetreiber tatsächlich zum Vorteil des Dax-Konzerns ist. „Der Vorstand muss den Aktionären noch sehr viel genauer erklären, worin der Nutzen der Fusion besteht.“ Die SdK rät den Aktionären, die sie vertritt, das Aktientauschangebot der Deutschen Börse abzulehnen. Der Börsenbetreiber hatte seinen Anteilseignern den Tausch von alten Aktien gegen Aktien der neuen Holding angeboten.

Die Hauptversammlung beginnt pünktlich. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Manfred Gentz, tritt ans Rednerpult. Die Marschroute, die er für den Tag vorgibt, ist schnell klar: Die Börse wird alles daran setzen, ihre Anteilseigner vom Zusammenschluss mit New York zu überzeugen; auch wenn heute noch gar nicht darüber abgestimmt wird. „Mit dieser Transaktion sollen zwei der wichtigsten und renommiertesten Börsenbetreiber zusammengeführt werden“, sagt Gentz. Der neue Konzern werde „ein globaler Vorreiter“ sein. Seine Botschaft an die Skeptiker: „Alle werden daraus einen Nutzen ziehen - Aktionäre und Mitarbeiter, Kunden und nicht zuletzt der Finanzplatz selbst.“ Der Zusammenschluss werde Frankfurt und New York stärken, keine Seite werde die andere beherrschen.

Francioni versucht dann, die Bedenken der Aktionäre zu zerstreuen: „Durch den Zusammenschluss ergeben sich konkrete und unmittelbare finanzielle Vorteile und attraktive Wachstumschancen für Sie, unsere Aktionäre“, sagte Francioni. Dabei verwies der Schweizer Manager auf Synergien, die durch eine Fusion erzielt würden.

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