Hauptversammlung
Deutscher Bank droht Imageschaden

Die Hauptversammlung der Deutschen Bank Ende Mai könnte für das Topmanagement ungemütlich werden. Die einflussreiche US-Aktionärsberatung Glass Lewis ruft die Anteilseigner zum Widerstand auf. Unter Beschuss vor allem: Aufsichtsratschef Clemens Börsig.
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New YorkDer „Wonnemonat Mai“ könnte für die Deutsche Bank ein wenig beschauliches Ende nehmen. Die mächtige US-Aktionärsberatung Glass Lewis hat am Wochenende ihren Kunden empfohlen auf der Hauptversammlung gegen die Entlastung des Aufsichtsrates zur Stimmen. Die chaotisch verlaufene Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe der Bank geschadet. „Wir glauben, dass der Aufsichtsrat in der Vergangenheit die Interessen der Aktionäre nicht ausreichend berücksichtigt hat. Es ist nötig ein starkes Signal zu senden, dass dies zu geschehen hat“, heißt es in der Empfehlung, die Handelsblatt Online vorliegt. Dies ist ein Schlag ins Gesicht vor allem des scheidenden Aufsichtsratschefs Clemens Börsig.

Börsig hatte bei der Suche nach einem Nachfolger von Josef Ackermann kein glückliches Händchen und hatte selbst nach dem Amt greifen wollen. Ackermann sah sich genötigt, seinen Vertrag zu verlängern, um dies zu verhindern. Im vergangenen Jahr versuchte Ackermann dann, nach seinem Abschied aus dem Vorstand 2012 Vorsitzender des Aufsichtsrates zu werden, obwohl dies dem deutschen Corporate Governance Codex widerspricht. Ein Aufstand von Aktionären und Aktionärsberatungsfirmen wie Glass Lewis und ISS verhinderte dies. Das Chaos in der Nachfolgeplanung fällt nun auf den gesamten Aufsichtsrat zurück.

Eine Nichtentlastung hat keine rechtlichen Konsequenzen. Aber sie wird in der Finanzgemeinde als Imageschaden angesehen. In diesem Fall umso mehr, da das Schauspiel der Nachfolgesuche beim Frankfurter Branchenprimus nahezu öffentlich ablief. Auf der Hauptversammlung soll Josef Ackermann von Anshu Jain und Jürgen Fitschen als Doppelspitze abgelöst werden.

Auf dem Aktionärstreffen soll zudem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG für ein weiteres Jahr als Abschlussprüfer bestellt werden. Glass Lewis empfiehlt den Aktionären, auch dagegen zu stimmen. Begründet wird dies mit Ermittlungen der US-Behörden gegen KPMG bei denen die Firma unrechtmäßiges Vorgehen eingestanden habe. Dies sei Grund genug, so Glass Lewis, den Abschlussprüfer auszutauschen.  

Die Empfehlung von Glass Lewis stützt Gegenanträge gegen die Entlastung des Aufsichtsrates durch den Konkurrenten Hermes Equity Ownership Services aus London und der Privataktionärsvereinigung VIP.

Aktionärsberatungen wie Glass Lewis und Hermes sind in den vergangenen Jahren immer mächtiger geworden. Sie beraten ihre vornehmlich angelsächsische Kundschaft – vor allem Fondsgesellschaften – dabei, wie sie auf Hauptversammlungen abzustimmen haben. Da diese sich selten um die Details der Aktionärstreffen kümmern, übernehmen sie bei den Abstimmungen oftmals die Empfehlungen der Berater.

Kommentare zu " Hauptversammlung: Deutscher Bank droht Imageschaden"

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  • die deutsche bank und ich. das ist keine love story. seit 13.5 bin ich gegen die deutsche bank in einen unbefristeten hungerstreik getreten. der geht mindestens bis zur hauptversammlung am 31.5. 12. dort werde ich als aktionär sprechen.

    wenn ich dann noch die kraft dazu habe.

  • die deutsche Bank und ich. das ist keine liebesgeschichte. vom 13.5. bis zum 31.5. 12 trete ich gegen die deutsche bank in hungerstreik. auf der hauptversammlung werde ich als aktionär reden, wenn ich dann noch die kraft dazu habe.

  • +++ Der Kommentar wurde von der Redaktion gelöscht +++

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