Hauptversammlung Landesbank Berlin will bald neuen Chef finden

Es ist eine bemerkenswerte Hauptversammlung bei der Landesbank Berlin (LBB): Vorstandschef Hans-Jörg Vetter steht zum letzten Mal auf dem Podium, er wechselt ja nun zu Landesbank Baden-Würthemberg. Derweil wird weiterhin um seine Nachfolger geschachert.
Hans-Jörg Vetter fühlt sich bei seinem letzten Auftritt als LBB-Chef offenbar wohl. Quelle: dpa

Hans-Jörg Vetter fühlt sich bei seinem letzten Auftritt als LBB-Chef offenbar wohl.

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BERLIN. In „relativer Kürze“ wird der Aufsichtsrat der Landesbank Berlin (LBB) einen Nachfolger für den Vorstandsvorsitzenden Hans-Jörg Vetter präsentieren. Das kündigte Aufsichtsratschef Heinrich Haasis auf der gestrigen Hauptversammlung des börsennotierten Instituts an. „Wir haben sehr qualifizierte Bewerber, aber Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.“

Zu den Top-Kandidaten zählt nach Informationen des Handelsblatts Michael Horn, derzeit stellvertretender Vorstandschef bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Vetter wird mit Ablauf des 10. Juni neuer Vorstandschef der LBBW. Sein Vorgänger Siegfried Jaschinski musste nach Milliardenverlusten auf Druck der Anteilseigner seinen Hut nehmen.

Der eher spröde Haasis, in Personalunion Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, dankte Vetter für seine Verhältnisse überschwänglich. Vetter habe „großartiges Engagement“ gezeigt und „wertvolle Arbeit“ geleistet. Der Bankenexperte sei eine „beeindruckende Persönlichkeit", sehr entscheidungsfreudig und wie kaum ein anderer gut vernetzt über alle Säulen der Kreditwirtschaft hinweg. Das habe der Bank häufig genutzt. „Gern hätte ich die Arbeit mit Vetter fortgesetzt“, sagte Haasis unter dem Beifall der Aktionäre. Aber man habe seinem Wunsch entsprochen, die herausfordernde Aufgabe bei der LBBW zu übernehmen.

Die LBB ist die einzige Landesbank, die allein den Sparkassen gehört. Für 5,3 Mrd. Euro erwarb die Sparkassen-Finanzgruppe die Mehrheitsanteile im Sommer 2007 vom Land Berlin. Mittlerweile halten die Sparkassen 98,6 Prozent der Anteile an dem Institut, dessen Flaggschiff die Berliner Sparkasse mit ihren zwei Millionen Kunden ist. Ein Herausdrängen der Aktionäre, ein sogenanntes Squeeze-out, sei derzeit kein Thema, sagte Haasis.

Die LBB sei „vergleichsweise ordentlich“ durch die Krise gekommen und gehöre zu den wenigen Banken, die das Jahr 2008 noch mit einem kleinen Gewinn abschließen konnten, betonte der Aufsichtsratschef. Das Konzernergebnis vor Steuern betrug 2008 neun Mio. Euro (Vorjahr 306 Mio. Euro). Im ersten Quartal 2009 konnte die LBB das Vorsteuerergebnis auf 102 Mio. Euro mehr als verdoppeln (Vorjahr 43 Mio. Euro). Eine Prognose für das Jahr 2009 gab Vetter nicht ab. Doch für „April und Mai kann ich – zurückhaltend formuliert – von Monaten sprechen, die nicht unerfreulich verlaufen sind“, bemerkte Vetter. Allerdings sollte der gute Auftakt nicht zu Überschwang verleiten. Ein Ende der Finanzmarktkrise sei nach wie vor nicht in Sicht.

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