Hauptversammlung MLP lässt Aktionäre im Dunkeln

Auf der Hauptversammlung von MLP herrscht heute nicht die allerbeste Stimmung. Und der Finanzdienstleister tut auch wenig, um das zu ändern. Eine Prognose für 2009 gibt es auch heute nicht. Und Aktionäre mögen kaum etwas weniger als Unsicherheit. Da dürfte es im Laufe des Tages viele kritische Fragen an den Vorstand geben.
MLP traut sich weiter keine Prognose zu. Quelle: dpa

MLP traut sich weiter keine Prognose zu.

(Foto: dpa)

HB MANNHEIM. Der Finanzdienstleister MLP wagt nach wie vor keine aussagekräftige Prognose für das laufende Jahr. „Ziel bleibt es, dass wir uns besser entwickeln als der Markt“, bekräftigte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg am Dienstag auf der Hauptversammlung in Mannheim laut vorab veröffentlichtem Redetext. Das im Februar angestoßene Sparprogramm mit einem Umfang von 34 Millionen Euro verlaufe immer noch planmäßig.

Im vergangenen Jahr war der Gewinn des Finanzdienstleisters massiv eingebrochen. Die Aktionäre müssen sich nun mit einer deutlich niedrigeren Dividende von 28 Cent je Aktie zufrieden geben. Im Vorjahr hatten sie noch 50 Cent bekommen. Die MLP-Aktie hatte unter der Finanzkrise im vergangenen Jahr allerdings nicht so deutlich gelitten wie andere Finanztitel: Seit Anfang 2008 verlor das Papier lediglich etwa 17 Prozent an Wert.

Dabei schauen sich die Wieslocher nach wie vor nach möglichen Übernahmekandidaten um. Durch die Finanzkrise wachse der Druck auf die kleinen Anbieter, sagte Schroeder-Wildberg und fügte hinzu, sein Unternehmen verfüge über die nötige Finanzkraft. Erst Anfang 2009 hatte MLP den Finanzmakler ZSH übernommen. „Ein erster Schritt ist also gemacht, weitere werden in den nächsten Jahren folgen.“

Offen ist allerdings nach wie vor, was mit den verbleibenden MLP-Anteilen von Swiss Life passiert. Ende März war die Versicherungsgruppe Talanx bei MLP eingestiegen und hatte Anteile von Swiss Life übernommen. Die Schweizer kündigten gleichzeitig an, ihren aktuellen Anteil an MLP von derzeit 15,9 Prozent auf unter 10 Prozent reduzieren zu wollen. Swiss Life hatte im vergangenen Sommer in einer umstrittenen Transaktion gemeinsam mit dem MLP-Konkurrenten AWD, an dem Swiss Life die Mehrheit hält, rund ein Viertel der Anteile an dem Finanzdienstleister erworben. Ursprünglich war eine feindliche Übernahme geplant gewesen. MLP hatte den Einstieg aber mit Hilfe einer Kapitalerhöhung abgewendet.

Von Beginn an hätten Vorstand und Aufsichtsrat unmissverständlich klar gemacht, dass die Beteiligung eines Produktpartners in dieser Höhe nicht mit dem Geschäftsmodell vereinbar sei, erklärte Schroeder-Wildberg nun noch einmal vor den Aktionären. MLP hatte nach dem Einstieg den Vertrieb von Swiss-Life-Produkten vor einigen Monaten ausgesetzt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%