Hedgefonds-Bezeichnungen Mehr Schein als Sein

Hedgefonds wählen laut einer Studie oftmals gewichtige Bezeichnungen. Denn Investoren neigen dazu, sich genau für solche Unternehmen zu entscheiden. Doch Anleger sollten auf der Hut sein.
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Denn laut einer Studie bringen Fonds mit gewichtigen Namen niedrigere Erträge. Quelle: dpa
Investoren sollten vorsichtig sein

Denn laut einer Studie bringen Fonds mit gewichtigen Namen niedrigere Erträge.

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Hedgefonds wählen oft Namen, die Autorität, Stabilität und Macht suggerieren. Das geht aus einer Studie hervor, die jetzt von Wissenschaftlern der US-amerikanischen University at Buffalo und der finnischen University of Oulu veröffentlicht wurde. Gleichzeitig legt sie den Schluss nahe, dass Anleger auf der Hut sein sollten.

Denn Fonds mit gewichtigen Namen „haben niedrigere Erträge, Alphas, Sharpe-Ratios und manipulationssichere Performance-Maßstäbe“, aber „höhere Volatilitäten und maximale Wertverluste sowie eine höhere Wahrscheinlichkeit für den Untergang des Fonds als diejenigen mit weniger gewichtigen Namen“, heißt es in dem Papier.

Für ihre Studie haben die Autoren nahezu 18.000 Hedgefonds aus der ganzen Welt unter die Lupe genommen. Diese verwalteten im Durchschnitt ein Vermögen von rund 160 Millionen Dollar – umgerechnet150,6 Millionen Euro. Den Angaben zufolge tendieren Fonds mit gewichtigen Namen darüber hinaus dazu, höhere Managementgebühren und niedrigere Erfolgsgebühren von Investoren zu verlangen.

Und dennoch: Investoren neigen dazu, sich genau für Firmen mit dieser Art von Bezeichnungen zu entscheiden. Das gilt besonders für Begriffe aus den Bereichen Konjunktur, Ländern und Politik. Die Aufnahme eines gewichtigen Wortes in die Hedgefonds-Bezeichnung kann einer solchen Gesellschaft im Schnitt etwa 227.120 Dollar mehr pro Jahr einbringen, zeigt die Studie.

„Was wir dokumentieren, ist die relativ rätselhafte Tatsache, dass die Investoren die Gewichtigkeit im Namen des Fonds selbst suchen – obwohl wir die Fondsmanager und die Entwicklung des Fonds prüfen“, heißt es in der Studie.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Bei Fonds – die höhere Mindest-Investments verlangen, größer sind und die es schon seit längerem gibt – hängen die Zuflüsse von Investoren meist weniger stark von der Namenswahl ab.

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Josef Ackermann verkündete im Jahr 2011, dass er zwei Jahre später als Chef der Deutschen Bank ausscheiden würde. Gleichzeitig machte er Angaben dazu, wie er sich das Profil seines Nachfolgers vorstellte: „Die richtige Persönlichkeit kann alles lernen, Persönlichkeit aber kann man nicht lernen." Damit verdeutlichte Ackermann seine Abneigung gegen den designierten Nachfolger Anshu Jain. Vor allem warb er auch für seinen eigenen Favoriten, den Bundesbank-Chef Axel Weber. Doch all das nützte Ackermann wenig: Bereits Ende Mai 2012 musste er seinen Posten zugunsten einer Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen räumen. Axel Weber ging zur Schweizer Großbank UBS.

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„Der Name hat natürlich keinerlei Bedeutung für die potenziellen oder tatsächlichen Erträge, die ein Hedgefonds erzielt. Aber die Namensbedeutung hat einen psychologischen Effekt“, sagt Tim Ng, Investmentchef bei Clearbrook Global Advisors. Die Gesellschaft betreut rund 28 Milliarden Dollar und investiert etwa zwei Milliarden Dollar in Hedgefonds.

Weiter erklärt er: „Namen mit Gewicht legen bestimmte Qualitäten nahe, von denen man sich als Investor oder als Mensch angezogen fühlen könnte.“ Eine Bezeichnung, bei der beispielsweise ein negatives historisches Ereignis oder ein Name mitschwinge, ließe viele Menschen einen innehalten. Aber am Ende werde immer eine außergewöhnlich gute Entwicklung aus Risiko-Ertrags-Sicht gewinnen.

Studien-Co-Autor Tiu sitzt im Investment-Ausschuss der Stiftung der University at Buffalo und sagt, Namen würden für ihn keinen Unterschied machen. „Ich wäre beschämt, wenn wir uns von Fonds-Bezeichnungen beeinflussen lassen würden“, sagt er.

  • Bloomberg
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