Hedgefonds
Man Group spart gegen Anlegerflucht an

Rund 100 Millionen Dollar will der Hedgefonds in nächster Zeit einsparen. Dabei könne auch von Stellenstreichungen nicht abgesehen werden, so Vorstandschef Clarke. An der Börse kamen die Pläne gut an.
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LondonDer weltgrößte börsennotierte Hedgefonds Man Group reagiert mit einer neuen Welle von Einsparungen auf die scharenweise Flucht der Anleger. In den nächsten eineinhalb Jahren sollten die Kosten um 100 Millionen Dollar gesenkt werden, kündigte Vorstandschef Peter Clarke am Dienstag an. Das werde nicht ohne Stellenstreichungen gehen. Man Group setze die Axt vor allem bei den renditeträchtigen, aber aufwendig zu managenden Garantieprodukten an. "Wir sehen nicht gerade viel Nachfrage", sagte Clarke. Seit der 1,6 Milliarden Dollar schweren, umstrittenen Übernahme des Fondsmanagers GLG im Jahr 2010 hat Man damit Kostensenkungen von 250 Millionen Dollar angekündigt.

Clarke reagiert damit auf Forderungen von Analysten nach schnelleren, tieferen Einschnitten. An der Londoner Börse kam das gut an: Die Aktie, die seit Anfang 2011 drei Viertel an Wert verloren hat, sprang um 8,5 Prozent nach oben.

Clarke rechnet nicht mit einem Ende der Unsicherheit an den Märkten. Man stelle sich damit auf eine fortgesetzte Zeit der Instabilität ein, sagte er. Allein in den drei Monaten bis Juni zogen die Investoren 1,4 Milliarden Dollar ab. Das verwaltete Vermögen fiel im zweiten Quartal um mehr als sechs Milliarden auf 52,7 Milliarden Dollar. Der steile Absturz der verwalteten Gelder in den vergangenen zwölf Monaten sei die entscheidende Zahl, sagte Analyst Mark Williamson von Peel Hunt. "Das zeigt das Problem von Man - in Zeiten der Unsicherheit fließen die Mittel ab, egal wie der Fonds abschneidet."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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