"Heftiger Gegenwind"
HSBC verdient deutlich weniger

Drei Milliarden Dollar Gewinn in drei Monaten - das ist für die größte europäische Bank ein Zeichen für „heftigen Gegenwind“. Die britische HSBC droht sogar mit dem Wegzug ihres Hauptquartiers.
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LondonKapitalmarktturbulenzen, höhere Vorsorge für Kreditausfälle und höhere Kosten haben das Geschäft der britischen Großbank HSBC im dritten Quartal belastet. Die Bank büßte zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Drittel an Profit ein, machte aber immer noch drei Milliarden US-Dollar Gewinn vor Steuern und Sondereffekten.

„Dem gesamten Sektor bläst heftiger Gegenwind ins Gesicht“, sagte HSBC-Chef Stuart Gulliver am Mittwoch in London bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Im Investmentbanking halbierten sich die Gewinne im Vergleich zum Vorquartal auf eine Milliarde Dollar.

Gulliver verwies vor allem die anhaltenden Unsicherheiten bei der politischen Entwicklung in der Eurozone und bei Regulierungsfragen sowie die sich abschwächende Konjunktur weltweit. Die Bank hatte bereits im August mitgeteilt, weltweit rund 30.000 Arbeitsplätze streichen zu wollen.

Die Aktien des Geldhauses fielen am Mittwochvormittag an der Londoner Börse um bis zu 4,7 Prozent. Der Kursrutsch kam zustande, obwohl HSBC vergleichsweise geringe Risiken in Euro-Problemländern bekanntgab. Die Bank ist mit 13,7 Milliarden US-Dollar in Südeuropäischen Ländern engagiert, darunter mit 5,3 Milliarden in Italien. Dem stünden 122 Milliarden Dollar an hartem Kernkapital gegenüber.

Die Bank erneuerte ihre Warnung, sie werde ihr Hauptquartier von London ins Ausland verlegen, um strengeren Kapitalmarktregelungen zu entgehen. Diese Drohungen der Banken werden als ein Grund für die Weigerung der britischen Regierung angesehen, bei der von vielen EU-Ländern propagierten Finanztransaktionssteuer mitzumachen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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