Heros-Insolvenz: Den Banken droht das Geld auszugehen

Heros-Insolvenz
Den Banken droht das Geld auszugehen

Bei der Bargeldversorgung könnten nach der Insolvenz des größten deutschen Werttransportunternehmens Heros Engpässe auftreten. Nach Handelsblatt-Informationen haben schon jetzt einige Banken Probleme, ihre Geldautomaten zu bestücken.

mak/dc/HB FRANKFURT. Engpässe befürchtet jedenfalls die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). Zuvor hatte die Heros-Gruppe am Montagnachmittag im Zuge eines großen Betrugsfalls für alle 23 Tochterfirmen Insolvenz angemeldet. Die Bundesbank erklärte auf Anfrage, sie habe ihre Filialen angewiesen, das ihnen Mögliche zu tun, um zu einer stabilen Bargeldversorgung beizutragen. „Alle Filialen wurden aufgefordert, ihre Öffnungszeiten flexibel – je nach lokalem Bedarf – auszuweiten, sofern dies notwendig werden sollte.“

Heros führte bislang etwa die Hälfte aller Geldtransporte in Deutschland durch. Am letzten Freitag waren 25 Firmen und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg durchsucht worden. Mitglieder der Gruppe sollen in den vergangenen Jahren rund 300 Mill. Euro unterschlagen und zum Teil in die eigene Tasche, aber auch in den Geschäftsbetrieb gesteckt haben. Der Verdacht richte sich gegen Verantwortliche der zu Heros gehörenden Firma Nordcash Geldbearbeitungs GmbH in Mönchengladbach, teilten das Landeskriminalamt Düsseldorf und die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach mit. Wegen des Verdachts der schweren Untreue und des bandenmäßigen Betrugs seien vier Personen festgenommen worden.

Heros hatte 2005 den größten Konkurrenten Securitas Deutschland Geld- und Wertdienste mit 1 600 Beschäftigten übernommen. In der Gruppe arbeiten etwa 5 000 Menschen. Nach eigenen Angaben bediente Heros mehr als 70 Prozent des deutschen Einzelhandels. Zu den Kunden zählten alle großen Ketten wie Metro und Kaufhäuser wie Karstadt und Quelle. Lidl hat nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen Ende vergangenen Jahres die Zusammenarbeit mit Heros fristlos gekündigt, weil es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei.

Die Commerzbank und die Deutsche Bank haben Brancheninformationen zufolge Heros bundesweit damit beauftragt, ihre Geldausgabeautomaten zu füllen. Der Sparkassen- und Giroverband erklärte am Abend, von der Heros-Insolvenz seien rund 60 Sparkassen betroffen. Dennoch bleibe die Bargeldversorgung gewährleistet. Dagegen hieß es in Kreisen der Geldtransport-Branche, es sei davon auszugehen, dass Heros-Unternehmen von der Bundesbank zuletzt kein Geld mehr bekommen hätten. Damit hätten die betroffenen Banken das Problem, kurzfristig ihre Geldausgabeautomaten zu bestücken. Auch die Bundesbank habe für den Transport zwischen ihren Filialen Heros beauftragt.

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