Hervorragende Bilanz 2005: Frankfurter Volksbank zeigt Interesse an Sparkasse

Hervorragende Bilanz 2005
Frankfurter Volksbank zeigt Interesse an Sparkasse

Die Frankfurter Volksbank hat das fünfte Rekordjahr in Folge hinter sich gebracht. Die Kasse für Übernahmen ist deswegen gut gefüllt. Die Käufe sollen sich aber nicht nur auf Genossenschaftsbanken im Rhein-Main-Gebiet beschränken.

rtr FRANKFURT. „Wenn wir die Chance hätten, wäre die Taunus-Sparkasse sicherlich etwas, um das wir uns bemühen würden“, sagte der Chef von Deutschlands zweitgrößter Volksbank, Hans-Joachim Tonnellier, am Donnerstag in Frankfurt. Derzeit sei dies jedoch kein Thema. Der Vorstandschef begrüßte die Bemühungen von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der die Sparkassen innerhalb des öffentlich-rechtlichen Sektors handelbar machen will. Dies sei aber ein zu kleiner Schritt, ergänzte er. „Der richtige Schritt wäre die Privatisierung.“

Bis dahin will die Frankfurter Volksbank möglichst weitere Genossenschaftsinstitute im Rhein-Main-Gebiet übernehmen. „Wir sprechen mit mehreren Banken“, sagte Tonnellier, ohne Namen zu nennen. „Ich sehe diesen Prozess der Bündelung der Kräfte bei weitem noch nicht abgeschlossen.“ In den vergangenen 8 Jahren haben die Frankfurter 11 Genossenschaftsinstitute in der Region übernommen. 2006 soll mit der kleinen Volksbank Egelsbach die zwölfte folgen.

Die Frankfurter Volksbank mit ihren 380 000 Kunden und 81 Filialen kam Ende 2005 auf 5,45 Mrd. Euro Bilanzsumme. 2005 verbuchten die Frankfurter dank eines Sonderertrags von 70,2 Mill. Euro durch die Hebung stiller Reserven aus ihrer gut 1,5-prozentigen Beteiligung am genossenschaftlichen Spitzeninstitut DZ Bank einen Gewinn von 104,5 Mill. Euro. Im Vorjahr hatte der Gewinn bei 31,6 Mill. Euro gelegen- Auch auf bereinigter Basis ergab sich damit ein Anstieg um knapp 15 Prozent auf 36,2 Mill. Euro. Hierzu trugen vor allem geringere Kosten und eine gesunkene Risikovorsorge bei, während die Erträge leicht sanken. Die Vorsorge für faule Kredite verringerte sich um ein Drittel auf 21,6 Mill. Euro, der Verwaltungsaufwand reduzierte sich von 120,8 auf 116,0 Mill. Euro.

Tonnellier bezifferte die Eigenkapitalrendite 2005 auf 23 Prozent vor Steuern – deutlich mehr als Commerzbank oder Dresdner Bank erzielt haben dürften und nahe dran am Branchenprimus Deutsche Bank. Insgesamt musste die Volksbank, die sich auf Privatkunden und Mittelstand konzentriert, nur 59 Cent aufwenden, um einen Euro Ertrag zu generieren. In 2004 waren es noch 61 Cent gewesen.

Für das laufende Jahr gab sich der Vorstand zurückhaltender. „Auf dem Gipfel lässt sich kein neuer Gipfel stürmen: Es wäre vermessen, daran zu glauben, dass sich ein solcher Erfolg abermals steigern ließe“, sagte Tonnellier. Er wolle vorsichtig sein, sicher werde die Bank aber nicht schlechter als im Vorjahr abschneiden.

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