Heta

Dutzende Gläubiger klagen gegen österreichische Krisenbank

Die schlechten Nachrichten um die Bad Bank Heta reißen nicht ab: Nach milliardenschweren Verlusten in Osteuropa sind bisher 33 Klagen gegen den geplanten Schuldenschnitt der ehemaligen Hypo Alpe Adria eingegangen.
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Die Bad Bank „Heta“ ging 2014 aus der insolventen Hypo Alpe Adria hervor. Quelle: Reuters
Aus Hypo wird Heta

Die Bad Bank „Heta“ ging 2014 aus der insolventen Hypo Alpe Adria hervor.

(Foto: Reuters)

Wien/FrankfurtDutzende Gläubiger gehen wegen des geplante Schuldenschnitts bei der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria auf die Barrikaden. Alleine gegen das österreichische Sondergesetz (HaaSanG), das einen Sanierungsbeitrag der BayernLB und anderer Hypo-Gläubiger vorsieht, seien bis Mitte Juni 33 Klagen eingegangen, erklärte die Hypo-Bad-Bank Heta in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Finanzbericht. Sollte der österreichische Verfassungsgerichthof das Gesetz kippen, drohten der Heta zusätzliche Belastungen von rund 900 Million Euro.

Österreich will bei der Abwicklung der Hypo-Nachfolgerin Heta auch deren Gläubiger zur Kasse bitten. Die Abwicklungsbehörde FMA hat Anfang diesen Jahres die Rückzahlung sämtlicher Heta-Anleihen gestoppt. Gegen dieses Schuldenmoratorium gibt es ebenfalls eine Reihe von Klagen. Zuletzt forderten Helaba, HSH Nordbank, NordLB und Berlin Hyp die Rückzahlung von Anleihe-Geldern in Höhe von 218 Millionen Euro.

Die Heta teilte am Mittwochabend mit, sie habe im vergangenen Jahr wegen milliardenschwerer Abschreibungen in Osteuropa einen Verlust von 7,9 Milliarden Euro erlitten. Die Veröffentlichung war mit Spannung erwartet worden - vor allem von Heta-Gläubigern, die auf Anhaltspunkte für den Umfang des geplanten Schuldenschnitts hofften. Einige Heta-Bonds gaben am Donnerstag nach werden am Markt nun mit knapp 60 Prozent ihres Nominalwerts gehandelt.

Von den Zahlen des Jahres 2014 könne man allerdings kaum Rückschlüsse auf die Höhe des Schuldenschnitts ziehen, sagte eine mit dem Prozess vertraute Person. Der Schuldenschnitt werde schließlich basierend auf dem Jahresabschluss 2015 festgelegt. Hinzu kommt, dass das Bundesland Kärnten Garantien für Heta-Anleihen über gut zehn Milliarden Euro abgegeben hat. Kärnten, wo die Heta beheimatet ist, kann diese Last allerdings alleine nicht tragen. Viele Gläubiger hätten jedoch die Hoffnung, dass Kärnten mit Unterstützung des österreichischen Staates irgendwann einige Bonds zurückkaufen werde, sagte ein Händler. Viele Gläubiger setzten deshalb darauf, dass der Schuldenschnitt am Ende nur zehn bis 20 Prozent betragen werde.

Welche deutschen Institute zittern müssen
L-Bank - zweistelliger Millionenbetrag
1 von 9

Die staatliche Förderbank für das Land Baden-Württemberg soll bei der Heta, dem Nachfolgeinstitut der Hypo Alpe Adria, mit einem zweistelligen Millionenbetrag engagiert sein.

DZ Bank - mittlerer zweistelliger Millionenbetrag
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Auch auf das Zentralinstitut der Genossen könnte durch den Schuldenschnitt ein Millionenverlust zukommen.

DWS Investment - 275 Millionen Euro
3 von 9

Die Deutsche Asset & Wealth Management Investment gehört zur Deutsche Bank Gruppe und könnte ebenfalls Millionen bei der Hypo Alpe Adria verlieren.

NRW-Bank - 276 Millionen Euro
4 von 9

Die Förderbank des Landes NRW ist ebenfalls in Österreich engagiert gewesen.

Pimco - 292 Millionen Euro
5 von 9

Die Allianz-Tochter Pimco ist im sonnigen Kalifornien zuhause. In Österreich droht Pimco nun durch den Schuldenschnitt ein Millionenverlust.

FMS Wertmanagement - 295 Millionen Euro
6 von 9

Die FMS – die Bad Bank der Hypo Real Estate in München – macht ihrem Namen alle Ehre, und muss um das Geld fürchten, das in der Hypo Alpe Adria steckt.

Düsselhyp - 348 Millionen Euro (Stand: Ende 2013)
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Die Düsseldorfer Hypothekenbank hat noch Altlasten der Hypo Alpe Adria in den Büchern. Für die Bank könnte das sogar zu einer Schieflage führen.

Die Hypo hat einst viel Geld am Kapitalmarkt aufgenommen und sich anschließend mit Investments am Balkan verhoben. Die BayernLB, die 2007 die Mehrheit an der Bank erworben hatte, drehte ihr zwei Jahren später die Geldhahn zu, weshalb Österreich das Institut verstaatlichte. Seither hat die Alpenrepublik gut 5,5 Milliarden Euro in die Bank gepumpt.

  • dpa
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