Heta-Einigung
Fast alle Gläubiger akzeptieren nachgebessertes Angebot

Knapp 100 Prozent der Gläubiger von Heta-Anleihen haben das nachgebesserte Angebot des Bundeslandes Kärnten akzeptiert. Vorrang-Gläubiger können nun damit rechnen, ihre Forderungen zu rund 90 Prozent zurückzuerhalten.

WienViele Banken und Versicherer dürfen nach der Einigung zu den Anleihen der österreichischen Skandalbank Heta auf einen etwas kleineren Verlust hoffen. Die Gläubiger von Heta-Anleihen im Volumen von knapp elf Milliarden Euro akzeptierten mit überwältigender Mehrheit das nachgebesserte Angebot des Bundeslandes Kärnten, wie der Kärntner Ausgleichszahlungs-Fonds am Montag mitteilte. 98,7 Prozent nahmen die Offerte an, 66 Prozent waren nötig. Die Vorrang-Gläubiger können nun damit rechnen, ihre Forderungen zu rund 90 Prozent zurückzuerhalten, die Zeichner nachrangiger Papiere zu rund 45 Prozent.

Allerdings müssen sie darauf unter Umständen lange warten. Denn in bar bekommen die Vorrang-Gläubiger nur 75 Prozent des Nennwerts zurückerstattet, die nachrangigen Gläubiger 30 Prozent. Nachgelegt hatte Österreich bei den Konditionen neuer Anleihen, mit der den Zeichnern die Zustimmung versüßt werden soll. Die vorrangige Anleihe läuft bis 2032, die nachrangige bis 2068. Beide können aber nach zwei Monaten weiterverkauft werden.

Institute wie die Deutsche Pfandbriefbank (pbb), die Förderbank NRW.Bank und mehrere österreichische Hypothekenbanken sowie die HRE-„Bad Bank“ FMS Wertmanagement hatten ihre Heta-Anleihen auf Geheiß ihrer Aufseher auf 50 Prozent abschreiben müssen, einige sogar noch stärker. Ihnen winken nach der Einigung Buchgewinne. Bei der Münchener pbb standen die Anleihen laut einer Moody's-Studie Ende Juni noch mit 47 Prozent in den Büchern. Die pbb hatte allein Anleihen für 395 Millionen Euro gekauft – in der Gewissheit, sie seien vom Staat garantiert. Ein ungenanntes Mitglied der Gläubigergruppe „Teutonia“ droht nach deren Angaben aber weiterhin mit einer Verfassungsklage.

Das Bundesland hatte Garantien für Heta-Anleihen über elf Milliarden Euro übernommen, war aber nach eigenen Angaben nicht in der Lage, die Schulden zu begleichen. Nun ist eine drohende Insolvenz Kärntens vom Tisch. Das Bundesland erhält von der Bundesregierung in Wien im Zuge der Einigung mehr Geld. Das Ende der jahrelangen Auseinandersetzung mit den Geldgebern des ehemaligen Kärntner Geldhauses Hypo Alpe Adria (HGAA) hatte sich abgezeichnet. Kärnten musste über alle Gläubigergruppen eine Zustimmungsquote von zwei Dritteln erreichen, bei den Nachrang-Gläubigern 25 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%