Heta
Gläubiger wollen mit Kärnten neu verhandeln

Die Heta-Gläubiger fordern eine zweite Verhandlungsrunde mit Kärnten. Mitte März war ein Vergleichsangebot des österreichischen Bundeslandes geplatzt. Kärnten haftet für Heta-Anleihen im Wert von 11 Milliarden Euro.

WienDie Gläubiger der österreichischen Abwicklungsbank Heta fordern nach dem geplatzten Deal mit Kärnten das Bundesland zu Gesprächen auf. „Die Gläubiger sind bereit, in Verhandlungen einzutreten und an einer fairen und konstruktiven Lösung mitzuwirken”, sagte Gläubiger-Anwalt Leo Plank in einem Radiointerview mit dem ORF am Donnerstag. Seitdem das Angebot Kärntens zum Rückkauf der Heta-Anleihen Mitte März gescheitert war, habe es keine Gespräche gegeben. „Kärnten hat sich geweigert in Verhandlungen einzutreten”. Der für eine Münchner Kanzlei tätige Jurist vertritt eine der größten Gläubiger-Gruppen, darunter die deutsche Commerzbank, die insgesamt Heta-Anleihen mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro hält.

Das Vergleichsangebot Kärntens war Mitte März geplatzt. Kärnten hatte den Gläubigern angeboten, Papiere der ehemaligen Bank Hypo Alpe Adria für 7,8 Milliarden Euro zurückzukaufen. Die Investoren hätten damit auf über drei Milliarden Euro verzichten sollen.

In Österreich spielen sich Bund und Kärnten gegenseitig den Ball zu. Während für Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser der Bund am Zug sei, sieht sich Finanzminister Hans Jörg Schelling aus dem Spiel. „Ich führe derzeit keine Gespräche. Ich habe immer gesagt, wenn es eine Gesprächsnotwendigkeit gibt, stehe ich selbstverständlich zur Verfügung, die ist aber bisher nicht genannt worden”. Ein zweites Angebot werde es nicht geben. Der Minister verwies auf den bevorstehenden Schuldenschnitt durch die Finanzmarktaufsicht (FMA). Die Gläubiger müssen dann ihre Forderungen gegenüber Kärnten vor Gericht einfordern.

„Kärnten ist als Schuldner am Zug, auf die Gläubiger zuzugehen”, sagte Plank. Dem FMA-Bescheid sieht der Anwalt gelassen entgegen: „Die Konsequenzen aus diesem Schuldenschnitt treffen zunächst in Wirklichkeit Kärnten und nicht die Gläubiger. Ein Schuldenschnitt reduziert die Haftungen Kärntens nicht, er macht es nur leichter, diese einzuklagen”.

Kärnten haftet für Heta-Anleihen in Höhe von elf Milliarden Euro. Das Bundesland sieht sich aber nicht in der Lage, das Geld vollständig zurückzuzahlen. Die FMA hat sämtliche Gläubigeransprüche gegen die Heta - Zinsen und Tilgungen - bis Ende Mai ausgesetzt. Bis dahin will die Behörde einen Schuldenschnitt festlegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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