Hilfe für Krisenbanken
Erste Group hat Angst vor Zwangsbeteiligung

Die österreichische Bank Erste Group befürchtet für andere kriselnde Banken einspringen zu müssen. Es bestehe das Risiko von Zwangsbeteiligung an Hilfsprogrammen. Hintergrund ist die kriselnde Staatsbank Hypo Aldria.
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WienDie Erste Group sieht die Gefahr, für kriselnde Banken in Österreich in die Bresche springen zu müssen. Es bestehe das Risiko, gezwungen zu werden, sich an staatlichen Hilfsprogrammen für Kreditinstitute zu beteiligen und diese finanzieren zu müssen, erklärte das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen in dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Prospekt zur laufenden Kapitalerhöhung. Von der Politik angesprochen worden sei das Institut aber diesbezüglich nicht, sagte eine Sprecherin am Mittwoch zu Reuters.

Für die kriselnde Staatsbank Hypo Alpe Adria wird zurzeit die Gründung einer Bad Bank geprüft. Als eine mögliche Option gilt die Beteiligung von privaten Investoren an einem solchen Vehikel. Österreichs Großbanken haben derartigen Planspielen aber bisher eine Absage erteilt.

Finanzministerin Maria Fekter ließ bislang offen, wie eine mögliche Abbaubank für die Hypo Alpe Adria aussehen könnte. „Wir wollen mit professioneller Begleitung die optimale Struktur suchen, wie der Abbauteil organisiert werden kann“, sagte Fekter der österreichischen Tageszeitung „Wirtschaftsblatt“ (Mittwochausgabe).

Die Erste Group will noch im dritten Quartal die in der Krise vom Staat und privaten Investoren erhaltenen 1,76 Milliarden Euro zurückzahlen. Davon stammen 1,2 Milliarden vom österreichischen Staat. „Wir leisten so schon einen Beitrag zur Bekämpfung der Budgetnöte, der sich sehen lassen kann“, sagte Erste-Group-Chef Andreas Treichl der „Kronen Zeitung“ (Mittwochausgabe). Zur Finanzierung hat die Bank die Börse angezapft und dabei über den Verkauf neuer Aktien gut 660 Millionen Euro eingesammelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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