Höhere Abschreibungen: Subprime-Schatten fällt auf Japans Banken

Höhere Abschreibungen
Subprime-Schatten fällt auf Japans Banken

Japanische Banken und Investmenthäuser müssen höhere Abschreibungen vornehmen als bisher veröffentlicht. Die Schätzungen von vergangenem Sommer gingen nicht weit genug. Mit Spannung blickt die Branche nun auf die Präsentation der Quartalsergebnisse der beiden Marktführer in der Finanzbranche.

TOKIO. Japans Banken und Investmenthäuser müssen höhere Abschreibungen für Verluste am US-Kreditmarkt vornehmen als bisher veröffentlicht. In der laufenden Vorstellung von Quartalszahlen zeichnet sich ab, dass die Schätzungen von vergangenem Sommer nicht weit genug gingen. Die Jahresgewinne sind jedoch wegen der konservativen Anlagepolitik der japanischen Institute meist nicht gefährdet.

Die Anlagegesellschaft Daiwa Securities meldete einen Rückgang ihres Nettogewinns um 35 Prozent. „Wir erzielten jedoch trotz des chaotischen Marktumfelds einen Gewinn“, sagte Finanzvorstand Nobuyuki Iwamoto gestern. Daiwa machte von Oktober bis Dezember 17,5 Mrd. Yen plus. Für das kommende Jahr warnte Iwamoto jedoch: „Das Geschäft wird 2008 nicht unbedingt glatt laufen.“ Die japanischen Brokerhäuser seien auf dem Heimatmarkt in eine Sackgasse geraten, sagte Analyst Yuri Yoshida von Standard & Poor’s. Die japanischen Haushalte besitzen viel Geld, investieren bislang aber nur wenig in Aktien.

Während Daiwa eher unter den indirekten Folgen der internationalen Vertrauenskrise für die Branche litt, hat Konkurrent Mizuho Securities auf eigene Rechnung Geld in die berüchtigten verbrieften Hypothekenkreditforderungen gesteckt. Die Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai“ berichtete, dass sich die Verluste mit diesen Papieren auf 250 Mrd. Yen (1,6 Mrd. Euro) summieren – diesen Betrag wird voraussichtlich die Konzernmutter Mizuho Financial Group, ausgleichen müssen. Gruppenweit könnten die Subprime-Verluste damit auf 300 Mrd. Yen anwachsen. Das ist etwa das doppelte der Summe, die das Institut im Herbst angekündigt hatte. Dennoch sind rote Zahlen fürs Gesamtjahr kaum zu befürchten. Im vergangenen Jahr hat die Großbank 1,2 Bill. Yen Reingewinn eingefahren.

Ähnlich sieht die Lage bei der Sumitomo Mitsui Financial Group aus, dem drittgrößten Spieler nach Mizuho. Der Schaden durch die Unruhe am US-Kreditmarkt ist größer als angenommen, aber bisher beherrschbar. In den neun Monaten von April bis Dezember fielen 100 Mrd. Yen an entsprechenden Verlusten an. Im Halbjahr hatte das Institut noch von 32 Mrd. Yen berichtet und lediglich Investments im Wert von 52 Mrd. Yen als gefährdet eingestuft.

Mit Spannung blickt die Branche nun auf die Präsentation der Quartalsergebnisse der beiden Marktführer in der Finanzbranche: der Großbank Mitsubishi UFJ und dem Anlagedienstleister Nomura in den kommenden Tagen. Die beiden führenden Institute haben sich vergleichsweise mutig im Ausland engagiert und damit auch besonders exponiert. Eine Mehrheit der Analysten erwartet auch hier höhere Zahlen zu Subprime-Abschreibungen als bisher vernommen – gibt aber auch in diesen Fällen Entwarnung für eine echte Gefährdung der Geschäfte. Die Experten machen sich eher Sorgen um die indirekten Auswirkungen der Krise auf die Wertpapierbestände der Finanzhäuser.

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