Höhere Kapitalanforderungen: Banken drohen an Aufstockung zu scheitern

Höhere Kapitalanforderungen
Banken drohen an Aufstockung zu scheitern

Fünf europäischen Banken soll das Geld fehlen, um die verschärften Kapitalanforderungen zu erfüllen. Um welche Institute es sich handelt, ist noch nicht bekannt. Banken aus Deutschland sollen nicht betroffen sein.
  • 4

Frankfurt/LondonEine Handvoll von Banken droht an den verschärften Kapitalanforderungen der EU-Branchenaufsicht EBA Finanzkreisen zufolge zu scheitern. „Es gibt einige Institute - etwa fünf -, die Probleme haben, einen nachvollziehbaren Kapitalisierungsplan vorzulegen“, sagte eine mit den Beratungen der EBA vertraute Person.

Das Aufsichtsgremium der EBA habe sich am Dienstag und Mittwoch mit den Problemfällen befasst. In einem Papier, das EBA-Chef Andrea Enria vergangene Woche den EU-Finanzministern vorgelegt hatte, war von „einigen wenigen Fällen“ die Rede, in denen die Aufseher nachhelfen müssten, damit die Pläne fertiggestellt werden könnten. Sie sollten eigentlich bis Ende Januar bei der EBA vorliegen.

Um welche Banken es sich handelt, war zunächst nicht in Erfahrung zu bringen. Die EBA hatte im Dezember bei 30 von gut 70 europäischen Großbanken eine Kapitallücke von insgesamt 115 Milliarden Euro ausgemacht. Sie müssen nun bis Juni eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent auch dann erreichen, wenn sie ihren Bestand an Staatsanleihen auf Marktwerte abschreiben.

Im Notfall müssten sie von ihren Regierungen oder den nationalen Aufsehern gestützt werden, sagte der Insider. Von den fünf betroffenen deutschen Instituten sei keines in Gefahr, betonte er. Die Commerzbank, die anfangs als Wackelkandidat gesehen worden war, hatte sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, die geforderten fünf Milliarden Euro sogar um zwei Milliarden übererfüllen zu können.

Um den Stresstest der EBA, mit dem sie die Belastung der Banken durch die europäische Staatsschuldenkrise überprüfen wollte, war es zuletzt ruhiger geworden. Die Aufseher hätten „sinnvollerweise moderatere Töne“ angeschlagen, hieß es in Finanzkreisen. Italienische Banken und Aufseher laufen jedoch immer noch Sturm und versuchen an den Anforderungen zu drehen.

Ihnen missfällt vor allem der relativ hohe Abschlag auf die italienischen Staatsanleihen, von denen sie Milliarden in den Büchern stehen haben. Die Märkte haben sich nach den Hilfen für Griechenland etwas beruhigt.

Während die Nummer eins Uni Credit mit einer mehr als sieben Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung den größten Kraftakt vollbracht hat, gilt die traditionsreiche Banca Monte dei Paschi aus Siena als Problemfall. Ihr fehlen rund drei Milliarden Euro.

Seite 1:

Banken drohen an Aufstockung zu scheitern

Seite 2:

EBA-Studie sieht 242-Milliarden-Lücke

Kommentare zu " Höhere Kapitalanforderungen: Banken drohen an Aufstockung zu scheitern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn die Schuldner reihenweise pleite gehen,nützen selbst 10 % EK(nach Basel 3) nichts.Jetzt forderten portugiesische Politiker :"Gleiches Recht für alle-auch wir wollen den Schuldenschnitt... !".

  • Mein obiger Kommentar sollte zum Artikel
    "Nukleartechnik soll subventioniert werden"
    sein.
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-laender-fordern-nukleartechnik-soll-subventioniert-werden/6504528.html

  • Die Energiepolitik ist darauf ausgelegt, den bloßen Geldtransfer aus Deutschland an die anderen Länder langfristig zu verschleiern.

    Dazu muss aber auf EU-Ebene beschlossen werden, dass die Erzeugung und der Erstverkauf durch die Erzeuger steuerlich nicht schlechter behandelt werden darf, als alle anderen möglichen Energiequellen.

    Dies geschieht also nicht, weil die sogenannten Erneuerbaren Energien konkurrenzfähig werden könnten, und daher kein Grund zum Stromimport bestünde, sondern da ansonsten die Einfuhr dieses Atomstroms so durch Deutschland besteuert werden könnte, dass kein unnötiger Geldtransfer aus Deutschland heraus stattfinden würde: sprich, die ausländischen Atomkraftwerke müßten den Strom zum Herstellungspreis plus niedrigem Gewinn verkaufen, anstatt Profite in Höhe von über 1000% für ihr jeweiliges Land zu generieren.

    Natürlich muss man sagen, dass alle diese rechtlichen Klimmzüge nur halten, solange Deutschland weiter von den Kriminellen Subjekten wie Merkel, Schäuble, Westerwelle, Gabriel, Trittihn, Steinbrück, Brüderle usw und all derer ausländischen Berater beherrscht wird - alle zusammen Kriminelle, die diese Willkürichkeiten decken. - Diese Leute haben bestimmt die Flugpläne überall im Haus, so dass sie sich der Verantwortung bei einem Regierungwechsel entziehen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%