Höhere Kosten
Raiffeisen Bank International verdient weniger

Der Gewinn schrumpft: Im zweiten Quartal hat die Raiffeisen Bank International weniger verdient. Für das laufende Jahr geht die Bank weiterhin von Risikovorsorgen auf Vorjahresniveau von rund einer Milliarde Euro aus.
  • 0

WienJahrzehntelang hat die Raiffeisen Bank International in Osteuropa ein Ziel verfolgt: Wachstum. Doch der neue Chef Karl Sevelda schwört das Institut nun angesichts schrumpfender Gewinne auf einen Sparkurs ein. Bei seiner ersten Bilanzpressekonferenz kündigte der 63-jährige Manager am Donnerstag ein Kostensenkungspaket an, das "zwangsläufig schmerzliche Einschnitte" mit sich bringen werde - auch für das Personal. Details wollte der seit Juni amtierende Sevelda noch nicht verraten. Diese würden bis Ende September erarbeitet und dann dem Aufsichtsrat präsentiert

Doch die Stoßrichtung ist klar: "Mein vorrangiges Ziel ist es, die Kosten deutlich zu senken", sagte Sevelda. Zwar plane er keinen Kahlschlag quer durch alle Länder und Divisionen. Allerdings wolle sich die Bank künftig auf die Kernmärkte in Österreich, Tschechien, der Slowakei, Russland, Rumänien und Polen konzentrieren und das Geschäft in Slowenien, Ungarn und Kroatien tendenziell zurückfahren. Im Zuge dessen werde es bei den derzeit knapp 59.000 Beschäftigten auch zu einem Mitarbeiterabbau kommen. An der Börse kamen die Pläne gut an: Die Aktie legte in einem freundlichen Umfeld um gut zwei Prozent zu.

Große internationale Banken wie HSBC, Deutsche Bank oder JP Morgan sind bereits vor Jahren auf einen Sparkurs eingeschwenkt: Damit wollen die Institute trotz Schuldenkrise, strengerer Regulierung und höherer Kapitalauflagen ihre Gewinne absichern.

Für Raiffeisen ist der strikte Fokus auf Kostensenkungen neu: Sevelda war jahrelang Vizechef bei der RBI und hatte das Steuer bei dem zweitgrößten Kreditgeber in Osteuropa übernommen, nachdem sein langjähriger Vorgänger Herbert Stepic den Hut genommen hatte. Sein Name war im sogenannten "Offshore-Leaks"-Datensatz aufgetaucht, der dubiose Finanztransaktionen von Vermögenden in Steueroasen enthüllt. Stepic hatte das Osteuropa-Geschäft der Bank in 17 Ländern jahrzehntelang über zahlreiche Zukäufe aufgebaut.

Seite 1:

Raiffeisen Bank International verdient weniger

Seite 2:

Wachstum durch Kauf von Polbank und EFG Eurobank

Kommentare zu " Höhere Kosten: Raiffeisen Bank International verdient weniger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%