Hohe Gewinne, kaum Dividenden

Sparkassen geizen bei Ausschüttungen

Die Sparkassen könnten mehr Geld an ihre Trägerkommunen ausschütten. Das Finanzpolster wäre bei den allermeisten Institute groß genug, stellt die Bundesbank in einer Studie fest. Doch vor allem die Schwaben knausern.
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Die meisten Sparkassen könnten sich eine Ausschüttung an ihre Träger leisten – doch nur ein Bruchteil tut es auch. Quelle: dpa
Fliegendes Sparschwein

Die meisten Sparkassen könnten sich eine Ausschüttung an ihre Träger leisten – doch nur ein Bruchteil tut es auch.

(Foto: dpa)

FrankfurtOb eine Sparkasse Geld an ihre Trägerkommune weiterreicht, ist spätestens seit dem Streit um die Ausschüttung der Stadtsparkasse Düsseldorf eine viel diskutierte Frage. In Düsseldorf zofften sich Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und Sparkassenchef Arndt Hallmann über Monate hinweg: Geisel wollte nicht akzeptieren, dass die Stadt von einem hohen Gewinn der Sparkasse nur wenig abbekommt. Hallmann wollte mit den Mitteln die Reserven des Geldhauses stärken.

In Düsseldorf habe sich die Kontrahenten – auch die Gegenspieler im Verwaltungsrat – kürzlich geeinigt. Die Sparkasse schüttet 25 Millionen Euro für zwei Jahre aus. Hoffnung auf so viel Geld können sich die allermeisten deutschen Kommunen, die als Träger quasi Eigentümer der Sparkassen sind, nicht machen. Denn die meisten der öffentlich-rechtlichen Institute schüttet gar nichts aus.

Laut einer Studie der Bundesbank schütteten im Jahr 2012 nur 140 von 418 Sparkassen aus, also ein Drittel der Geldhäuser. Dabei hätten theoretisch so gut wie alle Sparkassen sich eine Ausschüttung leisten können. Ausschüttungsfähig waren der Untersuchung zufolge jedenfalls 398.

Immerhin ist die Zahl der Sparkassen, die ausschütten, in den Jahren 2003 bis 2012 gestiegen. 2002 reichten etwa 70 Institute Mittel an ihre Trägerkommunen weiter. Zudem schütteten sie gemessen am Nettogewinn etwas mehr aus. Mit den übrigen Mittel haben die Geldhäuser ihr Eigenkapital gestärkt. Schließlich werden auch die Anforderungen an dieser Stelle immer höher. Die Banken sollen so sicherer werden und besser gegen Krisen gewappnet sein.

Geldsegen für die Kommune versus Sicherheit für die Sparkasse
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8 Kommentare zu "Hohe Gewinne, kaum Dividenden: Sparkassen geizen bei Ausschüttungen"

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  • "Doch vor allem die Schwaben knausern. "
    "Die Sparkassen in Baden-Württemberg knausern traditionell."

    In Baden-Württemberg leben auch noch andere Leute als Schwaben. Kurpfälzer und Badener hören es überhaupt nicht gerne, wenn man sie als "Schwaben" bezeichnet.

  • @ Marc Hofmann
    Wie sahen denn die gesetzlichen Rücklagenverpflichtungen aus? Zumal, wenn die schon aus den 3-4 ct. je kwh Arbeitspreiskosten gebildet wurden, wie Sie schreiben?

    War es nicht vielmehr so, dass ein GAU (im dichtbesiedelsten Land Europas) überhaupt nicht bedacht wurde? War es nicht so, dass der Kernkraft von Anfang an eine vergleichbare staatliche Förderung zuteil wurde, wie jetzt den Alternativen Energien? Gerne hat man da die Frage der Endsorgung auf ewig vertagt und die in Wahrheit (und das wissen Sie auch!) absolut unkalkulierbaren Kosten eines GAU verschwiegen, geschweige denn dafür nennenswerte Rücklagen gebildet.

  • Ps: Und natürlich willige Abnehmer von verbrieften Kreditderivaten, Zinsswaps u.ä., deren Konstruktionen sie aber überhaupt nicht verstehen .....

  • Sparkassen erfüllen nochmal welchen Sinn und Zweck, außer Omis und Opis mit ihrem Sparbuch glücklich machen ?

  • @Enrico "FatFinger" Caruso
    Ja. Weil Rückstellung den Gewinn beeinflussen und nicht die Rücklagen.
    Über den Gewinn können sich dann die Anteilseigner (Kommunen, Städte, Länder und private Aktionäre) dann darüber einigen, was mit diesem passiert. Man kann einen Teil ausschütten, oder wieder in die Firma investieren oder eben als Rücklagen verbuchen.
    Und bei diesen Gewinn Summen die mal bei EON und RWE oder ENBW im Spiel waren bevor es diese marktfeindliche EEG Politik der Grün-Sozialisten gab, konnte man alle drei Varianten bedienen.
    Aber vor allen waren die gesetzlichen Rücklagenverpflichtungen ja schon im "Arbeitspreis" = Verkaufspreis des erzeugten Strom mit einkalkuliert und wurden vom Kunden bei den 3-4 ct. je kwh Arbeitspreiskosten schon mitbezahlt.
    Man hat die Kernkraft einfach per Gesetzgebung vom Markt ausscheiden lassen und diese in die staatliche Planwirtschaft überführt. Das EEG und der Kernkraftsausstiegszwang der Politik hat die gesamten Profitbringer für unsere Deutsche Gesellschaft in die Mülltonne getreten und gleichzeitig die Subventionszahlungen der EE-Branche (Wind ,Sonne und Biogas) über uns Stromverbraucher mit dem EEG eingeführt.
    Mangel und Armut hinterlässt diese marktfeindliche Energiewendepolitik und der Kernkraftausstieg dem deutschen Volk.

  • Wirklich? Wenn die Kernkraftwerksbetreiber erstmal alle Rücklagen für die Kosten von Evakuierungen von bis zu mehreren Millionen Menschen und Entschädigungen für deren Grundstücke, Häuser und Wohnungen gebildet haben, glauben Sie, dass dann noch für "eine große Dividende" ausreichend Spielraum wäre?

  • Es geht nicht darum, dass Sparkassen mit einer möglichst hohen Eigenkapitalquote ausgestattet sind.

    Es geht einzig und allein darum, dass sich die Raffzähne der Sparkassen-Vorstände auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen vollstopfen.

    Eines der Kriterien ist dabei die hohe Eigenkapitalquote.

    Wie praktisch, somit sorgen diese Vorständler dafür, dass ihre jährlich zu Unrecht steigenden Gehälter immer weiter anwachsen.

    Das Geld gehört aber in letzter Konsequenz den Kommunen und nicht den Vorständen ...

    ... und viele von den Kommunen, wie in Schleswig-Holstein, sind chronisch pleite.

    Also, her mit den in zu hohem Maße in die Rücklagen gestellten Gelder im Sinne der Schuldentilgung und des Abbaus der Staatsverschuldung !!!

  • Auch die Kernkraftwerksbetreiber könnten weiterhin eine große Dividende an die Kommunen, Städte, Gemeinden und die Bundesländer...also an uns ALLE in der Gesellschaft zahlen, wenn die Kernkraft in Deutschland nicht von der Grün-Sozialistischen Merkelpolitik gegeiselt und durch einen Ethikrat der insolventen Erneuerbaren Energie Mangelwirtschaft ersetzt worden wäre.

    Auch die Sparkassen wurden durch eine marktfeinldiche EURO Politik = Bruch des Maastricher Vertrags und die Ernennung eines Drucker EURO Draghis in Haftung genommen und werden in Zunkunft um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen müssen. Da bleibt nicht mehr viel übrig an Dividende.

    Energiewende/EURO-Drucker-Draghi = erst kommt die Lüge, dann der Betrug/Selbstbetrug danach der Mangel und zum Schluss die Verarmung der Gesellschaft.

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