Hohe Strafen
Großbank HSBC macht weniger Gewinn

Die Großbank HSBC erwirtschaftet zwar weniger Gewinn, verdient aber 2012 immer noch 20 Milliarden Dollar. Vorstandschef Gulliver hat dem Institut eine Schrumpfkur verordnet. Doch sein Gehalt entfacht Diskussionen.
  • 0

LondonEuropas größte Bank HSBC hat im abgelaufenen Jahr wegen zahlreicher Sonderbelastungen weniger verdient als erwartet. Der Vorsteuergewinn ging um sechs Prozent auf 20,6 Milliarden Dollar zurück, wie das Institut am Montag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 22,7 Milliarden gerechnet. Um die Sondereffekte bereinigt kletterte das Vorsteuerergebnis um 18 Prozent auf 16,4 Milliarden Dollar.

Der Umsatz des Instituts sank um 5,4 Prozent auf 68,3 Milliarden Dollar. Dabei liefen die Geschäfte in der zweiten Heimatregion Asien-Pazifik glänzend und halfen, die Euro-Schuldenkrise abzufedern. Der Reingewinn der größten europäischen Bank bezifferte sich auf 15,3 Milliarden US-Dollar.

HSBC-Chef Stuart Gulliver zeigte sich mit dem Zahlenwerk insgesamt zufrieden: "Wir haben unsere Erträge gesteigert, in den meisten Wachstumsmärkten gut abgeschnitten und ein Rekordjahr im Privatkundengeschäft gehabt."

Die Altlasten seien aufgeräumt worden. Damit stehe die Bank auf einem soliden Fundament. Während Gulliver die variable Vergütung für seine Manager zuletzt herunterschraubte, können die Aktionäre auf steigende Dividenden hoffen.

Vorstandschef Gulliver schloss 46 Geschäftsbereiche, seit er den Posten 2011 übernommen hat. Er will die Kosten um 3,5 Milliarden Dollar. Die Bank ist in mehr als 80 Märkten weltweit aktiv. Aus einigen Ländern will sich Gulliver zurückziehen, um die Profitabilität zu steigern.

Die Bank, die 90 Prozent ihres Geschäftes außerhalb Großbritanniens macht, ringt mit mehreren Skandalen. So zahlte das Institut im Dezember eine Strafe von 1,9 Milliarden Dollar in den USA wegen der Beihilfe zur Geldwäsche. Das Geldhaus soll Drogenkartellen und Terroristen ermöglicht haben, Geld reinzuwaschen. Die Bank hatte Gelder unter anderem aus Mexiko, dem Iran und aus Saudi-Arabien in die USA transferiert.

Seite 1:

Großbank HSBC macht weniger Gewinn

Seite 2:

Schwere Fehler eingeräumt

Kommentare zu " Hohe Strafen: Großbank HSBC macht weniger Gewinn"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%