HSBC: Europas größte Bank hängt die Konkurrenz ab

HSBC
Europas größte Bank hängt die Konkurrenz ab

Die Großbank HSBC hat dem Verlusttrend britischer Banken getrotzt. Sie hat die Erwartungen getoppt und ihren Gewinn um mehr als ein Viertel gesteigert - auf eine stolze Summe. Operativ glänzte sie aber nicht so sehr.
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LondonTrotz der Turbulenzen an den Kapitalmärkten hat HSBC im vergangenen Jahr den Gewinn gesteigert. Der Überschuss stieg um 27 Prozent auf 16,8 Milliarden US-Dollar (12,5 Milliarden Euro), wie das nach Börsenwert größte europäische Kreditinstitut am Montag in London mitteilte. Damit übertraf es die Erwartungen von Analysten leicht. Davon werden auch die Mitarbeiter profitieren: 3,4 Milliarden Dollar wurden für Bonuszahlungen beiseite gelegt.

In der vergangenen Woche hatten die teilverstaatlichten britischen Großbanken Lloyds und Royal Bank of Scotland hingegen deutliche Verluste für 2011 veröffentlicht.

Zu verdanken hat die HSBC den Zuwachs auch einem Bilanzierungseffekt durch die Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten. Dies allein brachte einen Buchgewinn von 3,9 Milliarden Dollar. Im operativen Geschäft konnte sich HSBC den Folgen der Schuldenkrise dagegen nicht entziehen. Der um Sondereffekte bereinigte Vorsteuergewinn ging um 1,2 Milliarden Dollar auf 17,2 Milliarden zurück.

Mit der Neubewertung der eigenen Schulden schönten auch viele US-Banken und Schweizer Institute ihre Bilanz. Dabei machen sich die Institute ihre eigentlich schlechtere Lage zunutze. Sie mussten für aufgenommenes Geld im vergangenen Jahr höhere Risikoaufschläge bezahlen. Die schon länger bestehenden Kredite hätten sie theoretisch günstiger aus dem Markt zurückkaufen können. Sie sind für die Banken daher wertvoller geworden. Diesen Effekt schrieb sich auch HSBC gut. Die Deutsche Bank nutzt diesen Trick im Vergleich dazu nur sehr wenig.

Europas Nummer eins profitierte von starken Einnahmen in Asien und Südamerika und begründete die Entwicklung, die im Gegensatz zu den Verlusten anderer großer britischer Banken steht, auch mit einer erfolgreichen Vereinfachung der internen Strukturen.

HSBC befindet sich in einem tiefgreifenden Umbau. Die Bank hatte im August mitgeteilt, weltweit jeden zehnten der rund 300.000 Arbeitsplätze zu streichen und so die Kosten um 3,5 Milliarden Dollar senken zu wollen. Zunächst kostet das Sparprogramm aber Geld - 1,1 Milliarden Dollar waren es 2011. Aus einigen Geschäften zieht sich das Institut ganz zurück. Damit bereitet es sich auf die strengeren Kapitalvorschriften für Banken vor.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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