HSBC
Mehr Gewinn - weniger Stellen

Europas größte Bank HSBC verdient Milliarden, aber streicht tausende von Stellen. Der neue Vorstandschef Stuart Gulliver muss jetzt erklären, wie das zusammenpasst.
  • 8

Düsseldorf/LondonHSBC hat den Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr von 11,1 Milliarden Dollar auf 11,5 Milliarden Dollar gesteigert. Unterm Strich blieben 9,2 Milliarden Dollar (6,4 Milliarden Euro), im Vorjahr waren es noch 6,8 Milliarden Dollar gewesen. Beide Werte lagen deutlich über den Analystenerwartungen von knapp 11 Milliarden Dollar und 8 Milliarden Dollar. HSBC profitierte dabei von einer um 30 Prozent gesunkenen Vorsorge für faule Kredite. Gesteigert hat sie sich vor allem im ersten Quartal, als sie den Gewinn noch um 60 Prozent steigerte.

Das Geldhaus unterstrich, es gebe Risiken für die weltweite Konjunkturerholung durch die stärkere Regulierung in Großbritannien. Schwierigkeiten macht schon jetzt das Investment-Banking, wo der Gewinn im ersten Halbjahr auf 4,8 Milliarden Dollar sank.

Die Aktie machte nach Veröffentlichung der Zahlen einen Sprung um mehr als vier Prozent und zählte zu den größten Gewinnern im Londoner FTSE-100-Index. HSBC ist die erste der großen britischen Banken, die mit ihren Zahlen aufwartet.

Um die Kosten weiter zu senken, kündigte HSBC zudem die Streichung von 25.000 Stellen bis 2013 an - zusätzlich zu bereits mitgeteilten Kürzungen von 5000 Jobs durch den Ausstieg aus Geschäftsbereichen in den USA sowie Lateinamerika. Damit baut die Großbank, die ihr Privatkundengeschäfts und die Vermögensverwaltung umstrukturiert, rund zehn Prozent ihrer Mitarbeiter ab.

Auch andere Banken wie Lloyds, Goldman Sachs, UBS und Credit Suisse haben in den vergangenen Monaten einen Stellenabbau angekündigt.

Kommentare zu " HSBC: Mehr Gewinn - weniger Stellen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nur zur Erinnerung: 2007/08 hat die Finanzkrise auch mit der Stellenstreichung bei den Banken begonnen. Das könnte diesmal wieder ein Indikator dafür sein, dass es nicht mehr lange dauert, bis es erneut los geht!

  • es sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass im banksektor ca. 30 % personal zu viel an bord ist. unverständlich ist ,warum nicht agressiver hierauf mit einer schnellen anpassung reagiert wird.
    weiterhin sind an einigen standorten die löhne massiv zu hoch ,sowie die boniausschüttungen an nicht angemessen lieferndes personal überzogen. es besteht akuter handlungsbedarf.

  • "Der neue Vorstandschef Stuart Gulliver muss jetzt erklären, wie das zusammenpasst."

    Das wurde nie erklärt und ist auch nicht zu erklären. Bei keinem Börsen-getriebenem Unternehmen.

    Außer damit, daß sich Führungskräfte und Aktionäre auch an einer evtl. Wachstums-Substanz namens Humankapital noch schamlos bedienen, solange es eben geht? Das schmälert allerdings die Zukunftsaussichten dieser Konzerne, besonders bei künftigem Fachkräftemangel. Da werden m. M. demnächst so einige Blendkonzerne dem Tode geweiht sein.

    Besonders, wenn kein Staat mehr sein schützendes Händchen über sie halten und rege Subventionen über sie ausschütten KANN. Da hätte "man" 'mal besser rechtzeitig (in Zeiten satter Gewinne) reelle Steuern zum Erhalt eben dieser Staaten beigetragen. Statt sie auch noch als letzten Bürgen für seine Eigeninteressen zu missbrauchen.

    Diese Krise holt alle ein. Nun werden eben die Bänker aus ihrem Tiefschlaf geholt. Bei der Telekom frisst sie sich derweil nach oben an die Arbeitsplätze des unteren / mittleren Managements ...

    Durch Lohn- und Verbrauchsbesteuerung alleine ist diese Krise nicht mehr zu steuern. Um dieses System evtl. noch zu retten, werden die Kapitalströme und Vermögen weltweit zu den Staatseinkommen herangezogen werden müssen. Nachträglicher Einsatz für die übersatten Gewinne der letzten 20 Jahre. Plus Einsatz für den Erhalt des für Wenige ach so profitablen Systems.

    Nichts ist umsonst im jetztigen Reallife. Nicht einmal mehr der Tod.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%