HSBC Schweizer Tochter im Visier der Steuerfahnder

Steuerfahnder wollen die Schweizer Tochter der HSBC vor Gericht zitieren. Das Institut soll reichen Franzosen bei Steuerhinterziehung und Geldwäsche geholfen hat. Auch gegen die Mutter laufen Ermittlungen.
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Die Anwälte von HSBC haben nun einen Monat Zeit, um zu dem Antrag der Steuerbehörden Stellung zu nehmen. Quelle: dpa
HSBC Bank in Genf

Die Anwälte von HSBC haben nun einen Monat Zeit, um zu dem Antrag der Steuerbehörden Stellung zu nehmen.

(Foto: dpa)

ParisDie französischen Steuerbehörden erhöhen den Druck auf die Schweizer Tochter der britischen Großbank HSBC. Die Behörde will die HSBC Schweiz vor ein Gericht zitieren und zwingen, zu Vorwürfen wegen mutmaßlicher Beihilfe zu Steuerhinterziehung für reiche Kunden Stellung zu nehmen, wie aus Justizkreisen am Freitag verlautete. In einem nächsten Schritt könnte die Bank formal angeklagte werden. Die Ermittler hegen den Verdacht, dass das Institut Tausenden reichen Franzosen bei Steuerhinterziehung und Geldwäsche geholfen hat. Auch gegen die Mutter HSBC laufen in Frankreich Untersuchungen.

Nach Ansicht der HSBC Schweiz ist das von den Steuerbehörden angestrebte Verfahren ein üblicher Schritt und lasse keine Schlüsse auf den Ausgang des Verfahrens zu. „Es steht heute noch keinesfalls fest, wie die Sache ausgehen wird“, sagte ein Sprecher der Bank.

Gespräche über eine außergerichtliche Einigung zwischen dem Geldhaus und den Behörden seien gescheitert, sagte ein anderer Insider. Nach französischem Recht kann sich die Strafe in einem Fall wie von HSBC bis auf die Hälfte der hinterzogenen Vermögen belaufen. Die Zeitung „Le Monde“ schätzte die versteckten Vermögen am Freitag auf mehr als fünf Milliarden Euro. Bei den Verhandlungen habe eine Strafe von 1,4 Milliarden Euro zur Debatte gestanden, berichtete die Zeitung.

Die Anwälte von HSBC haben nun einen Monat Zeit, um zu dem Antrag der Steuerbehörden Stellung zu nehmen. Danach haben die Richter das Wort. Mitte Februar gab es eine Razzia der Genfer Staatsanwaltschaft bei der HSBC Schweiz. Davor hatten zahlreiche Medien über eine Steueraffäre bei der Bank berichtet. HSBC-Chef Stuart Gulliver entschuldigte sich daraufhin in einem ganzseitigen Brief in britischen Zeitungen für die Versäumnisse bei der Schweizer Tochter.

  • rtr
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