HSBC Trinkaus
Stark in der Beratung – aber nicht für jeden

Das zur britischen Großbank HSBC gehörende Düsseldorfer Institut HSBC Trinkaus legt starke Zahlen vor. Der Gewinn wächst zweistellig – auch, weil die Bank sich von Anteilen und einigen Kunden trennt.
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DüsseldorfDie Gräfin hält Kurs und hat die Zahlen auf ihrer Seite. Das zur britischen Großbank HSBC gehörende Düsseldorfer Geldinstitut HSBC Trinkaus mit der adligen Vorstandschefin Carola von Schmettow hat nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr seine Jahresprognose erhöht. Wie die Bank am Mittwoch mitteilte, rechnet HSBC nun mit einem Anstieg des Vorsteuergewinns „im oberen einstelligen Bereich“.

Zu Jahresbeginn war von Schmettow noch von einem leichten Plus ausgegangen. „Die Bank ist in einer guten Lage. Wir gewinnen Marktanteile“, sagte sie bei der Präsentation der Zahlen.

Haupttreiber für das gute erste Halbjahr war der Provisionsüberschuss, der um 8,7 Prozent auf 259 Millionen Euro gestiegen war. Das Handelsergebnis sank hingegen wie bei fast allen Banken, der Zinsüberschuss stagnierte. Insgesamt stieg im ersten Halbjahr das Ergebnis nach Steuern auf 102 Millionen Euro, ein Plus von 28 Prozent.

Rechnet man als Sondereffekt heraus, dass die Bank Beteiligungen verkaufte, um die Kernkapitalquote von aktuell 12,6 Prozent zu stärken, bleibt immer noch ein starkes Nachsteuerergebnis von ungefähr 88 Millionen Euro (ein Plus von über 10 Prozent).

HSBC Trinkaus wirbt seit 2013 verstärkt um Mittelständler, auch mit dem Netzwerk der britischen Mutter HSBC, etwa in Asien. In der Kundenberatung arbeiten 300 neue Mitarbeiter, hier wird der deutlich gestiegene Provisionsüberschuss erwirtschaftet.

In der Niedrigzinsphase trennt sich die HSBC allerdings auch von einigen ausgewählten Kunden. Ein Kunde, der ausschließlich für das deutsche Geschäft einen Kredit brauche, passe weniger zum internationalen Profil der Bank, sagte von Schmettow. Zukäufe schloss sie nicht aus, man wolle aber weiter organisch wachsen.

Im Privatkundengeschäft floss doppelt so viel Geld zu wie 2016 – ein Wachstumsfeld, so Vorstand Rudolf Apenbrink. Ab einer Million Euro sind Neukunden willkommen. Die britische Großbank HSBC hält knapp 81 Prozent an der deutschen Tochter, die Landesbank Baden-Württemberg knapp 19 Prozent.

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