HSH-Altlasten
Sparkassen im Norden sind stabil

Laut Verband werden bis 2019 alle Sparkassen im Norden die Eigenkapitalregeln nach Basel III erfüllen können. Wackelkandidaten gäbe es nicht mehr. Weiter ausgeschlossen wird ein Verkauf der Provinzial Nordwest.
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KielDie Sparkassen im Norden blicken nach turbulenten Jahren wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Die Gewinnrückgänge durch Abschreibungen auf Beteiligungen - unter anderem an der kriselnden HSH Nordbank - seien weitgehend verdaut, sagte Verbandschef Reinhard Boll am Donnerstag in Kiel. Bis 2019 seien alle 13 Sparkassen in Schleswig-Holstein in der Lage, die verschärften Eigenkapitalregeln nach Basel III aus eigener Kraft zu schaffen. Auch bei einer längeren Phase mit niedrigen Zinsen sei es ihnen möglich, auskömmliche Erträge zu erwirtschaften und die Eigenkapitalpolster weiter zu stärken. Die durchschnittliche Kernkapitalquote aller Sparkassen lag 2013 bei 10,4 Prozent.

Die Sparkassen im nördlichsten Bundesland hatten in den vergangenen sieben Jahren etwa 800 Millionen Euro auf ihre Beteiligungen an der HSH Nordbank und der Landesbank Berlin abschreiben müssen. Der HSH-Anteil von gut fünf Prozent steht noch mit 80 Millionen Euro in den Büchern. Selbst wenn die HSH Nordbank den Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht bestehen sollte, wäre dies verkraftbar, sagte ein Insider. Er verwies darauf, dass die Sparkassen im Norden 2008 schon einmal 350 Millionen Euro abgeschrieben hätten.

Die Nord-Ostsee Sparkasse und die Sparkasse Südholstein mussten mit Hilfe der bundesweiten Sparkassenorganisation gerettet werden. Weitere Institute stehen laut Boll nicht auf der Kippe. "Es zeichnet sich keine Schieflage ab." Selbst die Sparkassen, die in der Vergangenheit gestützt werden mussten, seien ausreichend kapitalisiert.

Experten rechnen nicht damit, dass die HSH durch den EZB-Test fällt. Die Ratingagentur Fitch geht davon aus, dass die einstige Krisenbank trotz erheblicher Risiken in der Schifffahrt den Test bestehen dürfte, schließlich habe das Institut dank staatlicher Milliarden-Garantien einen vergleichsweise großen Sicherheitspuffer. Boll sagte, die HSH stehe gemessen an den Umständen gut da.

Einen Verkauf der Provinzial Nordwest, über den in der Branche immer mal wieder spekuliert wird, lehnen die Sparkassen ab. „Das wird es so nicht geben“, sagte Boll. Dies sei im Kreis der Eigentümer kein Thema. Eine angedachte Fusion von Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland war unter anderem am Widerstand des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe gescheitert, der an Provinzial Nordwest beteiligt ist. Ausgelöst wurde die Diskussionen über eine Provinzial-Fusion durch die Allianz. Der Versicherungskonzern hatte Ende 2012 seine Fühler nach der Provinzial Nordwest ausgestreckt und damit Bewegung im öffentlich-rechtlichen Lager ausgelöst. Die meisten Sparkassen wollen mit aller Kraft verhindern, dass ein privates Unternehmen in die Phalanx der Sparkassen-Versicherer einbricht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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