HSH Nordbank: Bei den Eignern steigt die Nervosität

HSH Nordbank
Bei den Eignern steigt die Nervosität

Die HSH Nordbank steht unter Druck: Die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg drängen auf eine baldige Aufklärung der Bespitzelungsaffäre um Vorstandsmitglied Frank Roth. Kieler Politiker fordern außerdem personelle Konsequenzen, sollten sich die Vorwürfe bestätigen.
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BERLIN. Die Anteilseigner der HSH Nordbank fordern vom Aufsichtsrat nach Informationen des Handelsblatts mehr Transparenz bei der Aufklärung der Bespitzelungsaffäre. Die Landesbank steht bereits seit Wochen unter Beschuss. Dem Institut wird vorgeworfen, bei der Entlassung des ehemaligen Vorstandsmitglieds Frank Roth und des New Yorker Niederlassungsleiters mit dubiosen Methoden gearbeitet zu haben. Schleswig-Holstein und Hamburg sind die Mehrheitseigner der HSH.

Die Anteilseigner schlugen nach Informationen aus Finanzkreisen nun vor, den Bericht der Kanzlei Wilmer Hale zu veröffentlichen. Wilmer Hale hatte die Vorgänge in New York seit mehreren Monaten im Auftrag der Bank intensiv untersucht. Der Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher habe sich in diesem Zusammenhang jederzeit pflichtgemäß verhalten, bescheinigte der Aufsichtsrat nach Vorlage des Berichts. Doch der Aufsichtsratschef Hilmar Kopper kann sich dennoch nicht durchringen, den Bericht zu veröffentlichen.

Nonnenmacher will sich bei der Sanierung der HSH Nordbank jedenfalls nicht durch das öffentliche Trommelfeuer der Kritik vom Kurs abbringen lassen. "Ich sehe nicht, dass die Diskussion meine Arbeit bei der Restrukturierung behindert", sagte der Vorstandschef am Dienstag. "Noch bleibt mir genug Zeit, um mich um die Interessen der Bank zu kümmern", zeigte er sich unbeirrt. Die mit der Untersuchung von Bespitzelungsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden eines früheren Vorstandsmitglieds beauftragte Anwaltskanzlei werde ihren Bericht hoffentlich zur Aufsichtsratssitzung am 21. Oktober vorlegen.

Derzeit laufen Untersuchungen der Finanzaufsicht BaFin und der Staatsanwaltschaften von Kiel und Hamburg. Zudem hat der Aufsichtsrat eine Kanzlei eingeschaltet, um die Hintergründe des Rauswurfs von Roth zu prüfen.

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Kommentare zu " HSH Nordbank: Bei den Eignern steigt die Nervosität"

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  • Es wird lange nichts passieren. Nonnenmacher hat, als die Affäre immer brenzliger wurde, ganz geschickt die bank mal wieder schön gerechnet. Angeblich Gewinn im 2. Quartal 2010. Ohne Garantiekosten, versteht sich. Diese betragen mindestens 600 Mio. € p.a. Außerdem ohne die Abschreibungen auf das Schiffsportfolio. Von dem hat man soeben 8 Mrd. € auf die interne Abbaubank ausgelagert. Warum, wenn nicht eben doch hoher Abschreibungsbedarf besteht?

    Kurz und knapp: in der HSH liegen so viele Leichen, das Nonnenmacher fest im Sattel sitzt. Muss er gehen, dann wird er aktuelle und ehemalige Aufsichtsratsmitglieder (Polit-Kasper) mitreißen. Die sind nämlich mit verantwortlich. Alle, bis auf Dr. Marnette, der hatte ja bekanntlich nicht mitgemacht, bei den dunklen Machenschaften.

  • Auch wenn Herr Nonnenmacher persönlich in die neueste Überwachungs- u. Spitzelaffäre verwickelt sein sollte, es sind einfach zu viele Ungereimtheiten, organisatorische Mängel und Fehler in den letzten 24 Monaten passiert, als dass ihm der Aufsichtsrat und die Politik noch das Vertrauen entgegenbringen könnte. Wenn Herr Kopper (Mr. Peanuts) als Aufsichtsratsvorsitzender dieser Erkenntnis nicht Rechnung trägt, sollten die Länder Hamburg u. Schleswig Holstein zuerst ihn als Aufsichtsrat vor die Tür setzen.

    Der Ruf der HSH-Nordbank ist international schon so ramponiert, dass ein "Herumgeeiere" in der Spitzelaffäre noch mehr Schaden und einen weiteren Vertrauensverlust bedeuten würde.

    ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis dieser Erkenntnis Rechnung getragen wird.

  • Vielleicht sollte Herr Kubiki sich einen berater zulegen, der ihm seine vielen Fragen beantwortet ? Aber eigentlich müßte er als Anwalt, Unternehmensberater und politischer Volksvertreter doch derjenige sein, der die Antworten kennt...

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