HSH Nordbank
Eigner wollen Bank von Altlasten befreien

Nun doch keine Spaltung: Um die angeschlagene HSH Nordbank von Altlasten zu befreien, erwägen die Eigentümer eine „weichere Lösung“ als die Aufteilung in eine Good Bank und eine Bad Bank. Neues Geld gibt es aber nicht.
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Hamburg/FrankfurtDie Eigentümer der HSH Nordbank wollen die Bank von Altlasten befreien – aber nicht zerschlagen. Eine komplette Aufspaltung in eine Good Bank und eine Bad Bank sei als Option inzwischen verworfen worden, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag, Wolfgang Kubicki, am Donnerstag zu Reuters. Ein privater Eigentümer würde zwar vermutlich so vorgehen, fügte Kubicki hinzu. „Die HSH hat aber staatliche und nicht private Eigner.“ Zudem gebe es Bedenken, ob eine solche Lösung mit Europarecht vereinbar wäre. Wahrscheinlicher sei nun eine „weichere Lösung“, sagte eine mit den Beratungen vertraute Person.

Hamburg und Schleswig-Holstein stehen mit Garantien von zehn Milliarden Euro für drohende Kreditausfälle bei der HSH gerade. Die Bank ist für beide Länder das größte Haushaltsrisiko. Das Geldhaus, das mehrheitlich den beiden Bundesländern gehört, leidet seit Jahren unter der Krise in der Schifffahrt und den hohen Gebühren, die sie für eine Garantie der Länder bezahlen muss.

Insidern zufolge werden derzeit verschiedene Modelle diskutiert, wie die HSH von faulen Schiffskrediten befreit werden kann. Lagerte man die Altlasten aus der Bilanz der Bank in eine andere rechtliche Einheit aus, würden sie nicht mehr auf die Eigenkapitalquoten der HSH drücken. Möglicherweise könnte sich das Institut in der Folge auch günstiger refinanzieren. Insidern zufolge ist es denkbar, dass die milliardenschwere Ländergarantie bei der Auslagerung von Portfolien teilweise in Anspruch genommen wird. Schleswig-Holstein werde aber kein weitere Kapital in die HSH pumpen, betonte Kubicki. Darüber hinaus wollten sich die Länder nicht äußern.

HSH-Aufsichtsratschef Thomas Mirow hatte Ende 2014 im Reuters-Interview angekündigt, dass die Länder-Garantie umgebaut und die Gebühr dafür gesenkt werden muss, damit die Bank eine Perspektive hat. Zudem müsse dem Geldhaus die Möglichkeit eingeräumt werden, Schiffskredite unter Buchwert zu verkaufen, um die Bilanz zu säubern. Über die Details diskutiert die Bank seit Monaten mit den Ländern und der EU-Kommission. Eine Entscheidung wird im Sommer erwartet. Das Geldhaus sei darauf angewiesen, dass die Gebühren für die Länder-Garantien gesenkt würden, erklärte die Ratingagentur Fitch kürzlich. Für die Bank gebe es ein „erhebliches Risiko, zu scheitern“. Die HSH wollte sich zu Details der Umbaupläne nicht äußern und verwies auf die laufenden Gespräche mit der EU-Kommission.

Hoffnung macht der HSH, dass es im Geschäft mit Firmenkunden derzeit rund läuft. Im ersten Quartal habe die Bank wie im Vorjahr Kredite von einer halben Milliarde Euro an Unternehmen vergeben, sagte HSH-Manager Patrick Miljes in Hamburg. Zusammen mit Projekten in der Energiewirtschaft, der Infrastruktur und dem Gesundheitswesen habe sich das Neugeschäft in den ersten drei Monaten auf eine Milliarde Euro belaufen. Beim Ertrag liege man sogar leicht über Plan. Ihre Quartalszahlen wird die Landesbank Ende nächster Woche veröffentlichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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