HSH Nordbank
Geldhaus soll sich vor Verkauf aufhübschen

Bis Ende 2017 soll die HSH Nordbank 500 weitere Stellen streichen. Vor der geplanten Privatisierung soll sich die Krisenbank so von Altlasten befreien. Denn gelingt ein Verkauf nicht, muss sie abgewickelt werden.

HamburgDie HSH Nordbank soll nach dem Willen Hamburgs ihren Sparkurs vor einem Verkauf verschärfen. Das Geldhaus solle seine Kostenstrukturen noch einmal in Angriff nehmen, kündigte Finanzsenator Peter Tschentscher an. Dies komme nicht nur der Bank selbst, sondern auch ihren Anteilseignern zugute und könnte einen möglichen Verkaufspreis in zwei Jahren verbessern, sagte der SPD-Politiker am Dienstag.

Das Finanzinstitut baut bereits seit 2014 Personal ab, um die Kosten zu senken. Bis Ende 2017 soll die Zahl der Arbeitsplätze um 500 Stellen auf rund 2100 schrumpfen. Ein HSH-Sprecher sagte, darüber hinaus gebe es derzeit keine Pläne für Sparanstrengungen. Vor ihrer Krise, in die die Bank 2008 durch eine überzogene Expansion geraten war, arbeiteten in der Spitze mehr als 5000 Menschen für die HSH Nordbank.

Die EU-Kommission hatte zu Wochenanfang die Weichen für den Umbau des Geldhauses gestellt. Es soll zunächst von Altlasten befreit und anschließend privatisiert werden. Dafür gibt die EU den Mehrheitseignern, den beiden Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein, bis 2018 Zeit. Wenn ein Verkauf nicht gelingt, muss das Finanzinstitut abgewickelt werden.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte, die Chancen, einen Käufer für das unter der Schifffahrtskrise leidende Institut zu finden, hätten sich durch die EU-Entscheidung verbessert. Denn nun sei das jahrelange Verfahren um die Wiederaufstockung der Garantie auf zehn Milliarden Euro beendet. Nach der Einigung kann die HSH bis zu 6,2 Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft der Länder auslagern. Zudem kann sie weitere Portfolien von rund zwei Milliarden Euro am Markt verkaufen. Gleichzeitig sinken die Gebühren für die Garantie deutlich.

Scholz sagte, schon bei der Rettung 2009 sei klar gewesen, dass die expansive Politik der Bank ihren Niederschlag in den Haushalten der beiden Länder finden werde. Inzwischen sei die Zeit überstanden, in denen sich Hamburg und Schleswig-Holstein deswegen Sorgen um ihre Zukunftsfähigkeit machen müssten. „Wir können uns jetzt auf die Phase einrichten, in der wir uns nur noch ärgern“, sagte der Bürgermeister.

Die beiden Länder wollen durch einen Verkauf der HSH zu einem möglichst guten Preis die Belastung für den Steuerzahler in Grenzen halten. „Wir hoffen, dass es zu diesem Verkauf kommen kann“, sagte Tschentscher. Ob dies gelinge, müssten die nächsten zwei Jahre zeigen. Dann könne auch erst gesagt werden, wie hoch die Belastung der Länderhaushalte sein werde.

Schon jetzt sei aber absehbar: „Es werden einige Milliarden Euro übrig bleiben, die Hamburg und Schleswig-Holstein je zur Hälfte zu tragen haben“, sagte Tschentscher. Im Vergleich dazu wäre eine Abwicklung zum jetzigen Zeitpunkt sehr viel teuer. Der Politiker schätzt, dass dies weit mehr als zehn Milliarden Euro kosten würde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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