HSH Nordbank
HSH-Chef rechnet mit Kaufangeboten für die gesamte Bank

Der Chef der HSH Nordbank hofft auf einen Verkauf des gesamten Geldhauses. „Ich rechne heute mit Offerten für die gesamte Bank“, sagte Stefan Ermisch. Die Kernbank entwickele sich außergewöhnlich gut.
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FrankfurtDie HSH Nordbank hofft auf einen Verkauf als Ganzes. „Es gibt eine Reihe starker Interessenten, von denen ich mir starke Angebote wünsche“, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Interview der „Wirtschaftswoche“. „Ich rechne heute mit Offerten für die gesamte Bank.“

Die Kernbank entwickele sich außergewöhnlich gut und die Altlasten aus den Jahren 2004 bis 2009 in der Abbaubank hätten sich schneller als erwartet reduziert. „Wir gehen davon aus, dass die Summe der notleidenden Engagements in der Abbaubank bis Ende 2018 auf 3,8 Milliarden Euro fällt“, sagte Ermisch. Davon sei die Hälfte bereits wertberichtigt. „Das Risiko für einen Käufer beträgt also weniger als zwei Milliarden Euro.“ In diesem Jahr plant die HSH mit einer Risikovorsorge von 800 Millionen Euro und peilt einen Vorsteuergewinn von 120 Millionen Euro an.

Die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein war erst in der Finanzkrise und später in der Schiffskrise in schweres Fahrwasser geraten und muss nun bis Ende Februar 2018 verkauft werden - als Auflage der EU-Kommission im Gegenzug für staatliche Hilfen. Findet sich kein Käufer, droht dem Geldhaus die Abwicklung. Die Angebotsfrist läuft Ende Oktober aus. Finanzkreisen zufolge gibt es eine Handvoll Interessenten, zu denen US-Beteiligungsgesellschaften wie Apollo oder Cerberus gehören sollen. Auch Christopher Flowers, der bereits gut fünf Prozent an der Bank hält, ist laut Insidern interessiert.

Zuletzt war in der Branche eher erwartet worden, dass die profitable Kernbank und die Abbaubank mit den Altlasten separat verkauft werden. Auch HSH-Chef Ermisch hatte sich im Sommer noch in diese Richtung geäußert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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