HSH Nordbank
HSH schlägt Milliarden-Kreditportfolio los

Die HSH Nordbank steht kurz davor, ein milliardenschweres Portfolio an Altkrediten loszuwerden. Das soll die Landesbank um 1,6 Milliarden Euro entlasten. Verkauft werden vor allem ausfallgefährdete Finanzierungen.
  • 1

Die HSH Nordbank kommt beim Ausmisten voran. Das Institut stehe kurz davon, ein milliardenschweres Portfolio an Altkrediten loszuschlagen, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Insgesamt werde die Hamburger Landesbank durch den Deal, der schon in den nächsten Tagen verkündet werden könnte, um 1,6 Milliarden Euro entlastet, erklärte einer der Insider.

Verkauft würden vor allem Immobilienkredite und Flugzeugfinanzierungen, der Großteil davon sei ausfallgefährdet. Flugzeugkredite im Nennwert von rund 800 Millionen Euro gingen voraussichtlich an die australische Investmentbank Macquarie, die in dem Bereich führend ist. Die beiden Banken wollten sich dazu nicht äußern.

Die HSH muss auf Druck der EU bis 2018 verkauft oder abgewickelt werden und hat mit den Behörden vereinbart, zuvor Kredite im Nominalvolumen von 3,2 Milliarden Euro loszuschlagen. Damit die Investoren mehr Auswahl haben, haben die Hamburger Insidern zufolge ein Kreditportfolio von rund vier Milliarden Euro ins Schaufenster gestellt – der Löwenanteil davon ist ausfallgefährdet.

Insgesamt entfallen rund zwei Milliarden auf Immobilien, knapp eine Milliarde Euro auf Flugzeuge und jeweils rund 500 Millionen Euro auf Schiffe und Energie-Projekte. Die faulen Schiffskredite könne die HSH im aktuellen Umfeld allerdings kaum verkaufen, sagten mehrere mit dem Prozess vertraute Personen. Die gebotenen Preise seien extrem niedrig.

Die HSH hat sich vorgenommen, ein weiteres, rund 1,6 Milliarden Euro schweres Portfolio bis Sommer loszuschlagen. Es werde voraussichtlich vor allem aus Immobilienkrediten und Energie-Projekten bestehen, sagte ein Insider. Wenn die HSH die Altkredite unter Nennwert verkauft, bekommt sie die anfallenden Verluste im Rahmen einer staatlichen Garantie recht zügig von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein erstattet.

Unter dem Strich entlastet das Institut somit seine Bilanz, was für den Verkaufsprozess wichtig ist. „Für die Bank ist der Verkauf des Kreditportfolios zu anständigen Preisen ein Meilenstein“, sagte eine mit dem HSH-Verkaufsprozess vertraute Person.

Die HSH hat Anfang der Woche offiziell den Startschuss für ihren Verkauf gegeben. Interessenten müssen sich bis 27. Februar bei der Investmentbank Citigroup melden, die den Verkaufsprozess für die Mehrheitseigner Hamburg und Schleswig-Holstein organisiert. Nach einem Blick in die Bücher der HSH sollen Interessenten bis 31. März indikative Angebote abgeben.

Laut Reuters-Informationen will auch der Nachbar NordLB einen Blick in die HSH-Bücher werfen. Eine Komplettübernahme der Hamburger komme für die NordLB allerdings nicht in Frage. Die Übernahme einzelner HSH-Geschäftsbereiche sei unter gewissen Umständen aber denkbar, sagten mehrere Insider.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " HSH Nordbank: HSH schlägt Milliarden-Kreditportfolio los "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%